Psychose-Diagnose akzeptieren lernen

Erstellt von Bodo am 3. Mai 2007 – 06:50 -

Hallo an euch alle,

ich bin Carina und 47 Jahre alt. 2004 wurde ich das erste Mal mit der Diagnose Psychose konfrontiert. Ich bemerkte Denkstörungen und kam des öfteren zu falschen Schlussfolgerungen. Ich ging zum Arzt und ließ mich 6 Wochen in einer psychiatrischen Klinik behandeln. Jedoch konnte ich die Diagnose nicht akzeptieren weil ich in einem Beruf arbeite wo man des öfteren mit Psychosen zu tun hat. Wobei man nicht vergessen darf, dass jedes Krankheitsbild individuell ist. Ich nahm über 2 Jahre hinweg eine sehr niedrige Dosis Abilify. Nahm allerdings sehr viel an Gewicht zu. Nach 2 Jahren Medikamenteneinnahme machte ich einen Versuch ohne Medikamente. Jedoch warnte mich mein Neurologe vor einen erneuten Krankheitsschub. Die Medikamente wurden abgesetzt, ich nahm sehr viel an Gewicht ab. Nach 7 Monaten hatte ich zwar wieder mein Normalgewicht jedoch stellten sich erneut Denkstörungen ein. Wieder ging ich sofort zum Arzt und musste mich erneut 5 Wochen in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen. Da wurde ich auf die Depotspritze Risperdal eingestellt (niedrigste Dosierung) und bin heute wieder symptomfrei. Ich kann jeden nur davor warnen seine Medikamente zu früh oder überhaupt abzusetzen. Die beiden Krankheitsschübe waren bei mir leichterer Natur weil ich sofort einen Arzt aufsuchte. Auf die Risperdal Depotspritze nahm ich 10 kg zu davon sind 4 kg schon wieder abgebaut. Sie hat bei mir keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen. Ich arbeite heute wieder voll in meinem Beruf und kann mit Risperdal gut leben. Auch die Diagnose “Psychose” hab ich nun nach fast 3 Jahren endgültig akzeptiert. Lieber mit Risperdal eine gute Lebensqualität als ohne Medikamente eine Psychose. Wünsch euch allen, die mit dieser Erkrankung leben müssen, eine gewisse Stabilität und alles Gute. Danke an Bodo für diese Homepage.

Liebe Grüsse
Carina

P.S. Über jeden Erfahrungsaustausch per Mail freue ich mich.
Erfahrungsaustausch@gmx.net

 


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