Seroquel als Schlafmittel

Erstellt von Bodo am 23. März 2008 – 11:48 -

Leserpost für das Forum:

Hallo,
zu deiner Seite (Wissenswertes) hätte ich folgendes zu sagen:

Unter der Überschrift “Wie ist die Behandlung?” steht unter anderem:
“Allerdings streiten sich die Gelehrten noch darüber, ob die Neuroleptika direkt Auswirkungen auf die Wahngedanken haben oder ob sie nicht durch die generelle Abstumpfung der Gehirnfunktionen bewirken, daß der Patient das intellektuelle Interesse an seinen Wahnideen verliert.”

Die Antwort darauf kann ich dir geben, denn ich hatte schon 2 Psychosen und nehme seit der 2. Psychose das Medikament Seroquel. Ich kann dir sagen, dass es (zumindest bei mir) vollkommen egal ist, welches Medikament ich nehme, hauptsache ich bekomme genügend Schlaf. Es ist 100%ig sicher, dass ich erneut eine Psychose bekomme, wenn ich ein paar Tage gar keinen bis sehr wenig Schlaf habe. Ob ich während dieser Zeit Seroquel nehme, interessiert nur in dem Sinne, dass Seroquel wie ein starkes Schlafmittel wirkt und man eigentlich wegen dem Seroquel genügend Schlaf bekommt und deshalb die Chance gering ist, erneut eine Psychose zu bekommen. Also sollte ich Seroquel weglassen und weiterhin auch genügend Schlaf haben, bekomme ich keine Psychose mehr. Es liegt bei mir einzig und allein am Schlaf. Bei wenig Schlaf auf Dauer spielt mein Gehirn verrückt. Habe früher mal Drogen genommen – es könnte daran liegen… Und wie gesagt, Seroquel wirkt wie ein Schlafmittel und ist deshalb auch hilfreich. Jedoch die Gedanken oder die Gefühlslage ändern sich nicht wirklich, wenn man Seroquel nimmt. Man kann es auch weglassen.

Ich ärgere mich nur immer, dass die Ärzte und Psychologen nicht wirklich viel darüber wissen und denken, dass Medikamente wie Seroquel sehr gut und hilfreich wären. Aber das Einzige, was (zumindest an Seroquel) hilfreich ist, ist, dass man davon sehr gut schlafen kann. Ich könnte aber auch jedes andere Schlafmittel nehmen. Ich bin der Meinung, das macht keinen Unterschied.

Gruß

 


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Mein Weg durch Krisen und Therapien

Erstellt von Bodo am 11. März 2008 – 08:55 -

Liebe Leser!!!

Mein Name ist Jule und ich bin mittlerweile 34 Jahre :-) Mittlerweile deshalb 34, weil mein erster und einziger Eintrag hier veröffentlicht wurde, als ich 28 Jahre war. ( 17. September 2001) Ich habe den Eintrag vor kurzem wiederentdeckt und seit dem ist natürlich sehr viel passiert.

Gefolgt von meinem ersten 5-monatigen Psychiatrieaufenthalt 1999, sind noch zwei weitere im Jahr 2005 und 2007 hinzugekommen. Heißt: ich habe es ganze 7 Jahre geschafft ohne Krankenhaus. Und nun, nach diesen zwei aufeinanderfolgenden stationären Behandlungen, frage ich mal wieder: Was ist denn eigentlich los?

Ob ihr es mir glaubt oder nicht, ich mache seit fast 10 Jahren, mit einem halben Jahr Unterbrechung, verschiedene Therapien. Böse Zungen behaupten, ich hätte keine anderen Hobbys!!! :-) Und sie haben recht, ich denke es stimmt. Ich habe das Gefühl, es gibt in meinem Leben nichts anderes, als diese Krankheit. Keine wirklichen Hobbys und Dinge für die ich mich in meinem Leben begeistern kann. Stattdessen viele Ängste. Einfach Angst vorm Leben, sich fallen lassen, geniessen (Glück und Freude), Partnerschaft!

Bin ich Sklave meiner Krankheit, übertherapiert oder was ist denn eigentlich los???

Ich komme mit wenig Medikation aus (10mg Abilify), und ich vertrage es ganz gut. Besser als Solian, von dem irgendwann meine Periode ausblieb und an Sex gar nicht zu denken war. Im nachhinein denke ich, wie konnte ich diese Situation so lang hinnehmen?! Wahrscheinlich aus Angst vor einem Rückfall. War ich zu vorsichtig? Ich hab das Gefühl, obwohl ich 7 Jahre lang keine Psychose mehr hatte, hab ich nicht gelebt, war unter einer Käseglocke, aber am Leben teilgenommen hab ich nicht. Ich möchte allerdings trotzdem dazu sagen, das mir die tiefenpsychologische Therapie sehr viele Erkenntnisse gebracht hat und das war ein hartes Stück Arbeit!!!

Heute spüre ich eine sehr große Wut und viele Aggressionen, die ich schon immer in mir hatte, aber ich bin Meisterin im Unterdrücken von Gefühlen. Ich bin kurz davor zu platzen. Ist das nun ein Erfolg?

Ich weiß, es muß raus und ich mag niemandem dabei schaden. Aber ich mag nicht mehr fressen, keine Angst mehr vor anderen Menschen haben, mich durchsetzen können, eben meine FRAU stehen. Das kann doch nicht so schwer sein, oder? Vielleicht werde auch ich irgendwann mal erwachsen?!? Meine Hoffnung ist, ich bin auf dem Weg dahin.

Ist dieser Eintrag irgendwie verwirrend? :-) Ich denke ja und hoffe aber trotzdem, das mich hier irgendjemand versteht.

Ganz liebe Grüße – Eure Jule

 

 


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