Population und Fortpflanzung des Homo Sapiens

Erstellt von Bodo am 5. April 2017 – 14:00 -

In der Reihe „Unsere kleine Welt“ möchten wir Ihnen heute eine besondere Primatengattung vorstellen: den Homo sapiens, von voralpinen Genträgern der Art auch Großkopferte genannt.

Laut eigenem Selbstverständnis des über sechs Kontinente und 22 Klimazonen verstreuten Zweibeiners, besitzen die erwachsenen Tiere eine Vorstellung vom eigenen Ich und sind in der Lage alle paar Sonnenjahre eine Art rudimentäre Selbstorganisation zu bilden. Dabei beschränkt sich die Aktivität der Artangehörigen hierbei auf das Malen eines Kreuzes, einer höheren Intelligenzleistung also, die die meisten Mitglieder der Population allerdings überfordert.

Der Homo sapiens ist sehr anpassungsfähig, was seine zum Teil selbstgebauten Behausungen angeht. Er kann zu zehnt auf 30 m² existieren, aber auch alleine in kunstvoll verzierten Burgen mit 500 m² hausen, für die er allerdings in Symbiose mit sogenannten Dienern oder Putzfrauen leben muss.

Verständlicherweise vermehren sich die Beengteren in höherem Tempo, was schon alleine durch die größere Anzahl der Sozialkontakte bedingt ist. Hinzu kommt, daß Weibchen mit mehr Platz und mehr gesammelten Fundstücken nach einem höheren Rang in der Sozialhierarchie trachten, ein Anspruch, der sich mit dem Aufziehen von Nachwuchs nur schwer verträgt. Deshalb ist es unter höhergestellten Sapiens-Primaten Sitte, fremdgezeugte und -geborene Kinder als eigen anzunehmen und den genetischen Müttern ein paar Privilegien, wie mehr Platz und mehr Nahrung, zukommen zu lassen.

Die biologische Fortpflanzung der allermeisten Artmitglieder erfolgt nach berauschenden Ritualtänzen, wenn das männliche Tier das Weibchen in ihr Nest begleitet, und letzteres durch den Konsum von nervenlähmenden Substanzen den Geschlechtsverkehr nicht mehr verweigern kann. Am nächsten Tag können sich beide an nichts mehr erinnern, ziehen von dannen und sehen sich frühestens 9 Monate später vor regulierenden Sozialinstanzen wieder.

Die Aufzucht der Jungen bleibt dann, wie bei den Säugetieren üblich, an den Weibchen hängen. Viele meistern das mit Bravour und Gelassenheit, andere allerdings sind mit der schreienden und schleimabsondernden Brut hoffnungslos überfordert und sind gezwungen, ihre Kinder unfruchtbaren oder höhergestellten Artgenossen zu überlassen [siehe oben].

Manchmal kommt es vor, daß bei der Aufzucht des Nachwuchses noch ein Männchen anwesend ist. Es muss nicht unbedingt der genetische Vater der Jungen sein. Das kann für die Mutter der Jungtiere von Vorteil bei der Nahrungsbeschaffung und der Verteidigung des Revieres sein, aber meistens ist der männliche Sozialpartner nur an Geschlechtsverkehr interessiert, welchen er mit lauten Anal- und Kehlgeräuschen unmißverständlich einfordert.

Diese Art von Balzritual findet oft nach dem Genuss berauschender Substanzen statt, wenn der eigene Kriegerstamm, meist in Schwarz und Gelb bemalt, einen Ritualwettkampf verloren hat. Dann heißt es für das Weibchen auf der Hut zu sein und sich in einem Behausungsabteil des Nestes zu verbarrikadieren.

Die Weibchen der Spezies sind normalerweise zu kunstfertigerer Lautformung befähigt als die Männchen, die sich meistens in Revierkämpfen ein Leben lang abarbeiten. Die Lautformung und der Austausch von Sprache ist Bedingung für das Zusammenleben in Gruppen. Da Konflikte nie ausbleiben ist es für das psychische Wohlbefinden der Mitglieder unabdingbar, zusammen über gerade Nicht-Anwesende herzuziehen und ihnen jegliche Sozialkompetenz abzusprechen. Das geschieht mit jedem reihum, ohne daß es irgendwelche Konsequenzen hätte. Es dient allein dem Aggressionsabbau und der psychischen Reinigung. Homo sapiens, die, aus welchem Grund auch immer, daran gehindert sind, werden schwer krank.

Die Trieb-Kompensation, die beim vorgestellten Primaten infolge der Überbevölkerung stark ausgeprägt ist, erfolgt beim männlichen Tier mit dem Genuss vergorenen Hopfens oder Getreide, während das Weibchen vorgibt, in der Dämmerung zur Nacht nur noch eine Schokolade zu vertilgen, wobei noch ausstehende empirische Forschungen belegen müssen, ob damit ein Stück, eine Tasse oder eine Tafel gemeint ist. Bei einem Sapiens-Weibchen weiß man das nie genau!

;-) Bodo Bodenstein


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Verdichtetes | Keine Kommentare »

BERLIN geht nach der Uhr – ein Verkehrsratgeber

Erstellt von Bodo am 18. März 2014 – 09:16 -

Wenn es nach der BVG ginge, sollte jeder Berliner ein Jahres-Abo für den öffentlichen Verkehr abschließen. Damit fährt man dann sogar über zwei Monate gratis! Allerdings ist das kleine Kärtchen erst für den schlappen Preis von 914 EUR zu haben. Reiche Rentner zahlen für das Gesamtnetz sogar nur 571 EUR. Für arme Hartz-4-Empfänger gibt es keinen Tarif. Sonst ginge die BVG bzw. die S-Bahn pleite.

Der deutsche öffentliche Nahverkehr, und da steht Berlin als Leuchtturm da, ist etwas, worum uns die Welt und auch gerade die Amerikaner beneiden. Während andere Metropolen von den Highways nur so zerschnitten werden, dominiert in der deutschen Hauptstadt die S-Bahn und die U-Bahn. Diese beiden Fortbewegungsarten haben ihren besonderen Reiz, aber auch ihre besonderen Herausforderungen.

Betrachten wir zunächst die Seite der Fahrgäste: Meistens jedenfalls, kann man in der S-Bahn entspannt sitzen und nach draußen schauen, wie die Stadt-Landschaft langsam vorübergleitet. Es ist eine Dia-Schau der unterschiedlichsten Architektur-, Wohn- und Wirtschafts-Stile und die Mitreisenden nimmt man zwar wahr, doch sind sie nicht so präsent. Die S-Bahn fährt ruhig und hat ihren Rhythmus.

In einer Viertelstunde ist man von Gesundbrunnen bis Ostkreuz. Von da wieder eine Viertelstunde bis Südkreuz. Und von Südkreuz bis Westkreuz ist es, Sie ahnen es, auch wieder nur 15 min weit. Die Ringbahn schließt sich dann wieder bis Gesundbrunnen, und der rot-gelbe Triebwagenzug kommt so nach genau einer Stunde wieder am Ausgangsort an. Berlin geht also nach der Uhr! Natürlich kann man auch in der Gegenrichtung fahren. Von Nord nach Süd bzw. von West nach Ost durchquert man die Innenstadt in nur 28 min, mit dem Kreuzungspunkt Friedrichstraße nach jeweils 16 bzw. 12 min Fahrtdauer.

U-Bahn fahren ist eine ganz andere Sache: Man muss in den Bauch der Berliner Erde und die Bahnsteige sind immer voll mit Menschen. Für Klaustrophobiker nicht so geeignet. Dafür sind in der U-Bahn die Stoiker gefragt, die Schläfer, die Smartphone-Tipper, aber auch die Flirter haben jetzt große Chancen. Denn wohin soll man schauen? Draußen ziehen rasend schnell schwarze Wände vorbei, und in der U-Bahn sitzt man sich gegenüber und muss damit klarkommen, plötzlich wildfremde Menschen anzustarren, mit denen man lieber nichts oder vielleicht doch gerne etwas zu tun haben möchte. Und der schönste Flirt endet abrupt, wenn sie oder er aussteigen muss. Berlin ist grausam! Vorbei, verweht, nie wieder …

Die U-Bahn, die in Berlin immer in kräftiger Eigelbfarbe daherkommt, ist schneller als die S-Bahn. Man kommt von Station zu Station fast im Minutentakt, während es bei der S-Bahn eine Drei-Minuten-Strecke ist. Aber der Haupttakt von Berlin, seine ureigenste Schwingung, das sind 20 Minuten. Während die U-Bahnlinien in der Regel starr sind, mit festen Richtungen, schwingt das Berliner S-Bahn-System in einer fein austarierten Harmonie, deren Richtungsgeber die großen Langstrecken sind. Die Endpunkte der großen Linien, also Potsdam und Ahrensfelde, Blankenfelde und Bernau, Spandau und Strausberg, Oranienburg und Wannsee werden im 20-Minuten-Rhythmus angefahren.

Dazwischen werden die Strecken verdichtet, das heißt z.B. alle 20 min fährt ein Zug von Wannsee nach Mahlsdorf, und, schon haben wir auf der inneren Strecke einen 10-Minuten-Rhythmus. Weil sich aber zwischen Ostkreuz und Westkreuz, zwischen Südkreuz und Bornholmer Straße viele Linien bündeln, so führen die Zugbewegungen aus Hohenschönhausen, aus Ahrensfelde, aus Strausberg und aus Erkner kommend, auf der Stadtbahn zu einem 2-Minuten-Rhythmus der S-Bahn. Will man also nicht weit fahren, kann man sofort jeden Zug nehmen, um z.B. von Ostbahnhof den Savignyplatz im Westen zu erreichen. Will man jedoch nach weiter außerhalb, nach JOTTWEDE, dann muss man u.U. maximal 20 Minuten warten, bis man in “seine” Bahn einsteigen kann.

Die Fahrtzeiten von Endpunkt zu Endpunkt sind beachtlich: von Ahrensfelde bis Potsdam fährt man eine Stunde und 3 Minuten, ebenso von Hennigsdorf bis Teltow, von Spandau bis Strausberg Nord sind es sogar 1,5 Stunden. Woran denkt man da unwillkürlich? Richtig, an eine Toilette! Die gibt es aber in den Zügen nicht, und auf den meisten S-Bahnhöfen auch nicht. Da gilt es, eine gute urologische Planung einzuhalten. Das gilt für Fahrgäste, ebenso aber auch für die Zugführer, wobei letztere wahrscheinlich gewisse “Dienstbehälter” für den Notfall in der Kabine haben.

Das fein austarierte System des Berliner Nahverkehrs, mit seinen Einfädelungen und Ausfädelungen, stellt höchste Anforderungen an Personal und Technik. Im Minutentakt müssen die Weichen richtig gestellt werden, damit die Oranienburger S-Bahn nicht nach Bernau, damit die Wannsee-Bahn nicht nach Spandau fährt. Umgekehrt dürfen sich die die Züge nicht alle gleichzeitig einfädeln. Deshalb ist der Fahrplan die oberste Bibel der S-Bahn. Nur wenn alles pünktlich fahren kann, funktioniert das ganze System. Fällt nur eine Weiche irgendwo aus, wegen Schnee oder Defekt, ist das Chaos programmiert.

So lebt der Berliner also: zwischem perfekten Timing, das wie ein Räderwerk einer Schweizer Taschenuhr funktioniert, und dem Chaos, das ab und zu über ihn hereinbricht, wenn nichts mehr geht, wenn die Züge aus allen Nähten platzen, wenn 20 Minuten im eisigen Wintersturm recht ungemütlich werden können. Wenn man es nicht mehr hören kann: “Liebe Fahrgäste! Wegen einer technischen Störung kommt es auf der Strecke … zu Zugausfällen …” Doch ohne S- und U-Bahn wäre Berlin nicht mehr Berlin. Das sind die Blutadern einer Weltstadt von 3,5 Millionen Einwohnern, die, so hat es jemand errechnet, sogar auf 6 Millionen wachsen könnte, ohne dass die S-Bahn-Leistungsfähigkeit geschwächt wäre. Beschützen und bewahren wir also unsere S-Bahn! Und lassen wir sie nicht kaputtsparen!

Das größte S-Bahn-Netz in Deutschland hat allerdings nicht Berlin, sondern München, die Bayerische Landeshauptstadt. Dort kann man sich nämlich, nach einem Besuch auf dem Viktualienmarkt, gemütlich in einen (unterirdischen) Zug setzen und sich bis an den Starnberger See kutschieren lassen. Doch die Berliner S-Bahn ist eindeutig die Schönere … mit ihrem Rot-Gelb und ihrem unvergleichlichen Stadtpanorama!

Bodo Bodenstein,  18. März 2014

 

Der S-Bahn-Ring

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Verdichtetes | Kommentare deaktiviert

Strafe muss sein!

Erstellt von Bodo am 10. März 2014 – 15:26 -

Beim Radiohören habe ich oft ein schlechtes Gewissen: Als märkisches Gewächs mache ich immer einen großen Bogen um unseren Heimatsender. Wie sagt man? Der Prophet gilt im eigenen Land nichts. Ich höre lieber Berlin 88,8 oder – wenn dort Werbung kommt – springe ich schnell auf den Berliner Rundfunk und umgekehrt. Zwischendurch bleibe ich mal beim Deutschlandradio hängen oder bei Radio MV; manchmal drehe in den Senderknopf bis zum Klassikradio, wenn mir danach ist. Mein Küchenradio ist wie gemacht dafür: klein, handlich, klarer Klang und mit einem Griff ist alles eingestellt. Nur, wie gesagt, bei Antenne Brandenburg wurde immer schnellstens weitergedreht.

Nun, am Aschermittwoch, ist es passiert: Mein kleines Küchenradio hat den Geist aufgegeben! Eigentlich nur das Senderstellrad. Der Plastestab hat die täglichen Drehmomente nicht mehr verkraftet. Was solls – denke ich mir – ich hab ja noch das Smartphone, mit der TuneIn-App, und da kann ich zehntausende Sender weltweit empfangen. Meine Favoriten sind auch schon abgespeichert (siehe oben), aber auch französische Popmusik oder Bayern2-Wissen kann man empfangen.

Nur – mit der Bedienung hapert’s ein bisschen. Drücken, wischen, tippen, wischen … puffern … und erst dann ist der Ton da. Beim Ausschalten das Gleiche: Nein, kein einfacher Schalter … drücken, wischen, tippen, Backtaste drücken; dann die Frage: “Wollen Sie wirklich beenden?” und nochmal auf OK tippen. Das nervt ungemein, wenn z.B. plötzlich das Telefon klingelt.

Also lieber zurück zum Küchenradio: Es spielt ja noch, zwar nur einen Sender, aber immerhin. Auch muss man es jetzt quer auf den Tisch stellen und die Antenne versperrt die halbe Küche … Mister Bean läßt grüßen! Aber das Radio spielt! Glück gehabt, daß das Rad genau auf einem Senderplatz kaputtgegangen ist und nicht auf Rauscheposition. Und dreimal dürfen Sie raten, welchen Festsender ich nun habe: Antenne Brandenburg!!! Will mir irgendwer damit etwas sagen? Nun werde ich wohl 7 Wochen lang Radiofasten mit dem Heimatsender machen, bis ich mir zu Ostern ein neues Küchenradio anschaffe …


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Tagebuch | Kommentare deaktiviert

Kinotipp – Das Geheimnis der Bäume

Erstellt von Bodo am 31. Januar 2014 – 21:26 -

Der tropische Regenwald ist bedroht, sowohl in Südamerika, als auch in Afrika und Südostasien. Was passiert, wenn alle Bäume abgeholzt sind, wenn nur noch Schlamm und Erde übrigbleiben? Mit diesem Szenario beginnt der französische Dokumentarfilm “Das Geheimnis der Bäume” eine spannende Reise durch die Lebenszeiten des Regenwaldes. Mit atemberaubenden Kamerafahrten vom dunklen Dickicht am Boden bis hinauf zu den Gipfeln der riesigen Moabibäume wird gezeigt, dass sich das Leben der Bäume auf eine ganz besondere Weise abspielt. Vom Pionierwald, über den Sekundärwald, in dem sich erst nach 200 Jahren Wachstum wieder eine nennenswerte ökologische Vielfalt bildet, bis hin zum reifen Primärwald, der erst nach 700 Jahren voll ausgebildet ist, vollzieht sich ein Miteinander von Fauna und Flora, aber auch ein Gegeneinander der Geschöpfe, das zu immer neuen Sprüngen der Artenbildung führt. Die Bäume stehen fest und unbeweglich in der Erde. Doch während die Insekten, Vögel und Säugetiere den Raum beherrschen, herrschen die Bäume über ganz andere Dimensionen.

Der Botaniker Francis Hallé, der durch den Film führt, und an den phantastischsten Orten wundervolle Strichzeichnungen von Blättern und Blüten der tropischen Pflanzen anfertigt, erzählt uns als Stimme aus dem Off (deutsch: Bruno Ganz), wie er jahrzehntelang dem Geheimnis der Bäume auf die Spur zu kommen versuchte. Diese unbeweglichen Urwaldriesen, die Jahrhunderte brauchen, um zu wachsen, und die in wenigen Minuten mit einer Kettensäge getötet werden können, sind wahre Meister der Verführung und der Diskretion. Sie beherbergen einen ganzen Kosmos von Lebewesen, die aufeinander angewiesen sind, genau wie sie selbst auf die Tiere angewiesen sind, die sie bestäuben und ihre Früchte mit den darin enthaltenen Samen weit weg transportieren, um für sie neues Land zu erobern. Selbst gegen die Trockenheit hat der Regenwald ein Rezept gefunden! Doch alles soll an dieser Stelle nicht verraten werden … Ein schöner und lehrreicher Film über ein großes Wunder dieses Planeten, den tropischen Regenwald in seiner ganzen Fülle!

DAS GEHEIMNIS DER BÄUME, 78 min
Frankreich 2014

Originaltitel: Il ÉTAIT une FORÊST

siehe auch:
www.wwf.de/aktiv-werden/buch-und-filmrezensionen/das-geheimnis-der-baeume/

 


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Links, Rezensionen | Kommentare deaktiviert

Presseschau im September

Erstellt von Bodo am 4. September 2013 – 19:05 -

Inga Humpe, Sängerin (“Ein Herz kann man nicht reparieren”), kam von einer Musik-Produktion aus Kalifornien zurück, dem Traumland vieler Deutschen. Doch wenn sie dort jemandem erzählt, dass sie aus Berlin kommt, “dann knien sie vor dir nieder” berichtet sie. Wie heißt es so schön in einem Popsong: First we take Manhattan, then we take Berlin!

Der älteste Mensch der Welt ist ein Bolivianer mit sage und schreibe 123 Lenzen. Nach seinem Geheimrezept für ein langes Leben gefragt, antwortete er: keine Medikamente und Koka-Blätter kauen. Seinen Reis kocht er sich wie eh und je mit Lama-Dung als Brennstoff. Wenn das nicht bio-logisch ist!

Peinliche Panne bei der Wahlwerbung: FDP und NPD benutzen das gleiche Familien-Radausflug-Video für ihre Botschaften. Wer hat jetzt bei wem geklaut? Das wäre interessant zu erfahren. Oder haben beide Vereine sogar dieselbe Werbeagentur? Das wäre noch interessanter!

Im Weltall gibt es viele Schwarze Löcher. Im Zentrum der Milchstraße ist ein solches mit der Masse vieler Millionen Sonnen. Es gibt aber auch kleinere Schwarze Löcher aus der Frühzeit des Universums, die nur 1000 kg wiegen. Das kenne ich. Bei mir in der Jackentasche ist sogar ein Schwarzes Loch, das wiegt nur etwa 100 Gramm. Es hört auf den Namen “Portemonnaie”!

Der neue Ministerpräsident von Brandenburg nahm zur Amtseinführung in Potsdam vom scheidenden “Deichgrafen” ein besonderes Erbstück entgegen: die Burlakow-Keule! Einst im Besitz des Oberkommandierenden der Russischen Streitkräfte in Deutschland, die vor allem in den brandenburgischen Wäldern hausten, soll sie wohl dem Landesvater Eines symbolisieren: den demokratischen Machtanspruch des Ministerpräsidenten: Und willst Du nicht mein Bruder sein, so hau ich Dir den Schädel ein!

Berlins Keller saufen langsam aber sicher ab! Mit dem sinkenden Wasserverbrauch machte in den letzten Jahren ein Wasserwerk nach dem anderen dicht. Und nun bekommen die Berliner die Quittung: das Grundwasser steigt. Denn Berlin liegt eigentlich in einem Urstromtal und ist darauf angewiesen, dass entwässert wird. Doch bei DEN Wasserpreisen ist das Sparen kein Wunder. Nun müssten eigentlich die Wasserpreise gesenkt werden, wenn die Politiker vernünftig wären. Doch daran glaubt niemand. Lieber werden Pumpen angeschmissen, damit der “Ort im Sumpf”, wie Berlin slawisch heißt, nicht völlig absäuft.

Mit Aliens kann man sich alles erlauben. Er muss es wissen: Roland Emmerich, Produzent von “Independence Day”. Da darf man selbst vor lieblichsten Gestalten die Atombombe zünden. Na ja, die Amerikaner haben ja Erfahrung darin … Wenn sie nur wüssten, dass sie wahrscheinlich selber Aliens sind. Ein Forscher glaubt, eine Theorie beweisen zu können, dass sich das irdische Leben aus Mars-Bakterien entwicklelt hat, die mit Meteoriten auf die Erde kamen. Wir sind also alle Marsmenschen! Das ist gut zu wissen. Wenn mir einer wieder dämlich kommt, sage ich einfach: Verpiss Dich, Du Mars-Bakterie!!!


Erstellt in Kategorie Dies und Das | Kommentare deaktiviert

Und übrig bleibt nur ein Schuh …

Erstellt von Bodo am 28. Juli 2013 – 15:51 -

Das war wieder ein Berlin-Tag ganz nach meinem Geschmack! Über Bernau und Lichtenberg ging es in die Stadtmitte. Der U-Bahnhof Lichtenberg empfängt mich mit einem sattem Gelb, wie überhaupt die alten U-Bahnhöfe, jedenfalls die ganz alten, mit starken Farben aufwarten können. Und die Kacheln erst: blank spiegelnd in Rot, Orange, Taubengrün oder Türkis! Dazu die Treppenstufen von anno dazumal, ein merkwürdiger Beton mit kleinen Glitzersteinchen. Es sieht außerirdisch aus! Mit diesem Charme kommt der beste Neubau nicht annähernd mit.

Die U5 ist um halb Elf nicht besonders voll. Gegenüber eine Touristen-Familie, daneben eine Türkin mit Kleinkind, das erst schreien will, aber von dem bunten Bilderbuch schnell beruhigt wird. Die Touristen-Tochter lächelt das Baby an. Und die Türkin lächelt zurück.

Der U-Bahnof Alexanderplatz ist nichts für Klaustrophobiker: Hier kreuzen sich drei U-Bahn-Linien – mehrere Ebenen, ungezählte Ausgänge, eine verwirrende Struktur, die sich mir immer noch nicht ganz erschlossen hat. Jedenfalls schaffe ich es irgendwie ins Untergeschoß des S-Bahnhofes, der auch drei Ebenen hat: aber in die Höhe! Oben alles voller Touristen: viele junge Leute, die gerne überall ein Erinnerungsfoto schießen. Ich mach auch eins: vom Roten Rathaus durch die Scheiben des Riesenbahnhofes, daneben der blanke Betonturm des Telespargels, an dessen Füßen kräftig gebaut wird. Ringsherum um die klassische DDR-Architektur werden hässliche Geschosse gesetzt. So wird Berlin wieder um eine Bausünde reicher!

Die Wannsee-Bahn kommt und nimmt mich eine Station bis zum Hackeschen Markt. Die schirmbedachten Außenflächen der zahllosen Restaurants sind noch fast leer und ich hab auch noch eine viertel Stunde Zeit. Also mal wieder die Hackeschen Höfe anschauen … vorbei an einer geführten Besuchergruppe, amerikanischer Akzent. Zum Fotografieren ist das Licht in den Höfen extrem schwierig: Schatten und knallige Sonne, aber die gemusterten Kachelfronten sind zu schön!

Im zweiten Hof, der nicht mehr so prächtig ist: ein Bücher- und Ansichtskartenladen, und im vierten Hof ein schöner schattiger Baum vor heller Fassade, Foto zwecklos! Ich suche mir zwei Ansichtskarten aus: eine mit “Berlin tut gut”-Aufschrift auf der Mauer und die andere, eine historische Aufnahme von 1966: ein paar Westberliner Steppkes vor der Stacheldrahtmauer, daneben ein Milchgeschäft. Ich war damals genauso ein Berliner Steppke, nur auf der anderen Seite, der auch immer die Milch in einer Aluminium-Kanne geholt hat. Doch ich wurde verschleppt! Nicht von der Stasi, nein: meine Mutter nahm mich mit aufs Land, an die innerdeutsche Grenze des Bezirkes Magdeburg – ohne mich zu fragen, ohne zu überlegen, ob mir das gut tun würde. Ich war so ein aufgeweckter Junge aus Prenzlberg … aber wir schweifen ab!

Eine SMS sagt mir: “Ich komme etwas später …” Also schaue ich mir die Ansichtskarten drinnen auch an, eine große Auswahl an historischen Berlin-Aufnahmen, auf denen man sieht: damals sah es richtig schick aus! Der Verkäufer meinte auch: Berlin war vor dem Krieg eine ganz andere Stadt! Auf einem Tisch liegt ein besonderes Buch: ein Kaleidoskop der Psychologie. Darin blättere ich ein wenig, lese ein wenig, und denke mir: das wäre ein schönes Geschenk! Bloß der Preis … momentan nicht machbar. Aber ich merk‘s mir!

Zurück zum Hackeschen Markt sehe ich schon von weitem Andreas, der sich umschaut und gerade noch einmal eine SMS eintippen will. “Das brauchen’se nich mehr machen!” unterbreche ich ihn, und wir begrüßen uns herzlich. Wir kennen uns schon länger, über E-Mail und Telefon, aber zu einem Treffen ist es noch nicht gekommen. Über das “Geschäftliche” reden wir eigentlich nicht viel, sondern eher über unsere Frauen-Geschichten und wie es uns damit geht. Unterm Schirm sitzend nähern sich die ersten Spatzen, denn sie wissen genau: die Berliner und die Berliner Touristen lassen sie nicht im Stich! Ich schnappe mir das aufgeschnittene Baguette-Brot und gebe einen Krümel ab. Dafür bekam ich ein Spatzen-Foto!

Unter den Schirmen ist es jetzt richtig voll. Es beginnt die Mittagszeit. Wir laufen an der Alten Nationalgalerie vorbei, wo sich junge Berlin-Besucher vor prächtiger Kulisse ablichten, und schwenken zum Dom hinüber, wo ein Touri-Bus neben dem nächsten steht. Die Lustgarten-Wiese vorm Alten Museum ist gut besucht und zwei junge Damen kühlen ihre nackten Beine im Springbrunnen, auf den geschwungenen Steinplatten laufend.

Hier, gleich gegenüber der Schloß-Baustelle, stehen viele, viele Litfaß-Säulen, auf denen Portraits zu sehen sind, in Schwarz-Weiß. Frauen und Männer, die Berlin verließen, gegangen oder ermordet wurden, weil aus dem roten, intellektuellen Berlin 1933 das braune Berlin wurde. Unwiederbringliche Verluste für die Stadt Berlin und für Deutschland! Daran soll und muss erinnert werden …

Die Sonne knallt unbarmherzig am Deutschen Historischen Museum. Unter einem schattigen Baum wird eine Touristengruppe in Spanisch unterrichtet. Vorbei an der Humboldt-Uni wechseln wir dann die Straßenseite, am Alten Fritz vorbei, hinüber, auch in den Schatten. Hier, am Ostende der Straße „Unter den Linden“ gibt es einen tollen Foto-Blick! Die Uni und das Reiterstandbild linkerhand, in der Mitte das rechte Gebäude der Humboldt-Universitätdas und rechts im Bild das Historische Museum, der Dom und der Fernsehturm im Hintergrund: eine klassische Bildkomposition, die man in Berlin nicht so schnell ein zweites Mal findet. Übrigens: das Motiv fand ich in einem alten DDR-Bildband über Berlin. Es war nicht alles schlecht früher …

Wir müssen uns verabschieden: Andreas muss zur Arbeit, ich zu meiner nächsten Verabredung, und zwar am Gendarmenmarkt. Also, tschüssi, nett uns mal gesehen zu haben! Die Sonne knallt vom reinen blauen Himmel und es gibt in der Charlottenstraße um diese Uhrzeit einfach keinen Schatten. Na, ich hab ja meinen Tropenhut auf … Meine Aufmachung begeistert offenbar auch einen kleinen Jungen, der in einer Besuchergruppe meinen Weg kreuzt: Er kann den Blick gar nicht abwenden und dreht sich auch immer wieder nach mir um. Er denkt sich sicherlich: Oh, ein Berlin-Tourist, direkt aus dem australischen Dschungel entsprungen! … Na ja, fast, es ist der Brandenburger Kiefernwald. Das lassen wir mal gelten …

U-Bahnhof Stadtmitte: hier soll ich warten! Und zwar unten bei der Linie U2 in Fahrtrichtung, erster Waggon, 13 Uhr. Es ist noch zehn Minuten Zeit, also warten. Wieder so ein schöner alter U-Bahnhof! Kein Schnickschnack, satte Farben und die alten Stahlträger, mit riesenhaften Nieten verbunden. Das ist frühes 20. Jahrhundert pur, der charmante Beginn der Moderne!

Eine U-Bahn kommt, und noch eine, und noch eine … Kim ist erst in der fünften U-Bahn drin. Freudestrahlend steigt sie aus den zweiten Waggon und kommt mir entgegen: Alles in Ordnung? Dann mal los! Und zwar hoch zum Gendarmenmarkt. Ich freue mich wie ein Kind, dass ich es mal geschafft habe, sie aus ihrem Charlottenburg herauszulocken. Aber eigentlich habe nicht ich die Lorbeeren verdient, sondern die Monatskarte der BVG, die Kim von ihrem Bruder geliehen bekam. Mit so einem Ding kann man Berlin schon unsicher machen, wa?

Hinauf auf den Französischen Dom geht gerade nicht, schade. Das wäre ein toller Panoramablick gewesen, den sie noch nicht kennt. Aber im Schatten, im Café ist’s auch nicht schlecht. Ein Klarinettenspieler macht Straßenmusik, Melodien der 50er Jahre. Zwei Kaffee, zwei Kuchen … und der nächste Spatz ist nicht weit. Kim macht mich darauf aufmerksam, dass es eine SIE ist. Natürlich, die Männchen sind viel intensiver gemustert. Jedenfalls wird unsere Spatzendame immer frecher, bis sie auf dem Tisch direkt neben der Kaffeetasse logiert. Nun ja, für ein Foto, aber dann: kusch, kusch, weg mit dir, du freches Ding! Kuchen wäre bestimmt nicht gut für Spatzen, meint Kim. Ich mache mir da keine Sorgen: Dann wären die Berliner Spatzen bestimmt schon ausgestorben, wenn sie keinen Kuchen vertrügen …

Wir wollen bezahlen, und unsere Rechnung ist auf einmal doppelt so teuer! Und Bier und Würstchen sollen wir verspeist haben! Der junge Kellner bekommt einen Riesenschreck, dreht sich um, und erwischt gerade noch die Gäste, die eigentlich unsere Kaffee-und-Kuchen-Rechnung bezahlt haben. Sie waren schon im Aufbruch, hatten aber ein Einsehen und bezahlten die Differenz, so dass der arme Mann heute nicht draufzahlen musste. Der Kaffee war gut, der Kuchen dafür weniger …

Ich muss los zu meinem nächsten Termin (Berlin will ausgenutzt werden!) und so schlendern wir noch ein bisschen durchs edelmarmorierte Quartier 206. Aber hier sind kaum kaufwütige Besucher. Die sind eher im neuen ALEXA oder in der Galeria, oder natürlich im KaDeWe, wo sonst? Hier unten, in dieser unterirdischen Passage, habe ich vor Jahren unsere Noch-nicht-Bundeskanzlerin gesehen, im Zurückblicken, nachdem man mich auf die unscheinbare Dame aufmerksam gemacht hatte. Eins muss man ihr lassen: Die Frau Merkel lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen! Taktik bis in die letzte Synapse …

Wir umarmen uns, und Kim nimmt die U2, and I the U6. “The U6 is over there, you will see that!” habe ich schon vorhin zu einer englischen Lady gesagt, die mich um Rat fragte. Der U-Bahnhof Stadtmitte ist Kinderkram gegen den Alex …

Die U6 bringt mich nach Tempelhof und ich darf in ihr die schönen neuen geformten U-Bahnsitze ausprobieren, die vor zwei Jahren in einer großen Fahrgast-Befragung gewonnen haben. Geschwungenes Plastik, graffity- und vandalismusresistent!

Oben auf dem S-Bahnhof ist es brütend heiß, wohl 32 Grad im Schatten! Und in der S-Bahn ist gleich richtige Sauna! Nochmal umsteigen in Hermannstraße, und dann ab mit der KWer Richtung Adlershof. Dort ausgestiegen nehme ich gar nicht erst den Bus: erstens immer proppevoll, und zweitens wäre das die nächste Sauna! In 5 Minuten bin ich zu Fuß beim Ärztehaus und heiß scheint die Sonne auf den vertrockneten Rasen des Studiogeländes. In den Wäldern rings um Berlin wird heute die höchste Waldbrand-Gefahrenstufe ausgerufen … Total verschwitzt komme ich die schön kühle Praxis und mache mich erstmal in der Toilette frisch. Außerdem kann ich meine Wasserflasche auffüllen, kostbares Naß!

Mein Doc rät mir davon ab, ein anderes Mittel auszuprobieren. Auch Andreas sagte mir am Vormittag: “Never change a running system!” Das weiß ich nur zu gut, als Software-Ingenieur … Mein Betriebssystem soll stabil weiterlaufen und bitte auch kein “Service-Pack 3″ mehr. Das nervt! Ich weiß genau, wenn‘s mal kritisch wird, ein … zwei Pillen eingeworfen und der gedankliche Absturz bzw. Höhenflug ist unterbrochen. So als ob es jetzt im Wald regnen würde, schöner Landregen … dann brennt‘s auch nicht mehr, sondern die Pilze wachsen!

Ich bekomme mein chronisches Attest für die Krankenkasse und mein Rezept und wünsche dem Doc einen schönen Urlaub. Ach, er bleibt nur im Garten, sagt er. Dort ist es auch schön! Schön ist auch der Schatten auf dem S-Bahnhof. Und ein kleiner Luftzug geht, hier in Adlershof eigentlich immer, so wie der Bahnhof in den Himmel gebaut ist …

In der S-Bahn wieder Sauna, aber nur auf kleiner Stufe. Ich freue mich aufs Kino. Denn anstatt bei Mordstemperaturen den Heimweg anzusteuern, möchte ich jetzt Mordsspaß mit 3D! Noch ein Snack in der Schönhauser Allee und ab geht‘s ins COLOSSEUM-Kino. Die junge Frau an der Kasse heißt Ms. Verständnis. Ein schöner Name wie ich finde. Findet sie auch! Was die Arbeitgeber nicht alles mit einem anstellen …

Das Mordsspektakel beginnt, und die Thematik ist schnell erfasst: Aus den Untiefen des Pazifiks kommen riesenhafte Monsterdrachen, die Kaiju, die nur mit ebenso riesenhaften Maschinenkämpfern, den “Jaegern”, gestoppt werden können, in denen zwei Menschen-Piloten per Gehirnkopplung, dem Drift, die Steuerung des Ungetüms übernehmen. Natürlich geht einiges schief: zuviel Mitleid, zuviel Haß, zuviel Neugier, zuviel Verstrahlung, zuviel Erinnerung, zuviel Liebe, zuviel Skrupellosigkeit. Asiatische Hochhäuser werden im Minuten-Takt pulverisiert und ein JAEGER nach dem anderen gibt den Geist auf. Doch im Showdown siegen die Kämpfer mit Herz und Todesverachtung gegen die kaltblütigen Aliens aus der Tiefe, natürlich mit der genre-üblichen Pointe des finalen Overkills. Und vom fiesem Schurken bleibt nur der goldene Schuh übrig …

Aber es war ein Mordsspaß! Und Herz-Schmerz war auch dabei … Wenn die riesenhaften Maschinenkämpfer die Ungeheuer in die Mangel nahmen: hier, nimm dies, nimm das – dann zuckte ich richtig im Kinosessel mit, um meine persönlichen Monster gleich mit fertigzumachen. Eigentlich eine hervorragende Therapie … So ein moderner Science-Fiction-Godzilla-Film ist nicht zu verachten! PACIFIC RIM 3D.

Nach dem Kino war es schon abends und die Temperaturen waren wieder passabel. Runter auf den Ring, eine Station bis Gesundbrunnen, und auf den Zug warten … Ich sehe eine junge Frau sitzen, ein Buch lesend, und mein Herz beginnt zu schmerzen: Sie sieht aus wie meine Frau, meine Noch-Frau! Dasselbe Grün, dieselbe Frisur, fast dasselbe Gesicht!  … Ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner Frau, es wird zur Scheidung kommen …

Ein arg hinkender Obdachsloser spricht mich an, um eine mildtätige Gabe. Ich krame in der Hosentasche nach Kleingeld und habe nur ein Zehn-Cent-Stück und ein Zwei-EUR-Stück. Was soll‘s? Ich gebe ihm die zwei Euro und habe dafür ein nettes Gespräch über das Leben als Obdachloser in Berlin. Hier jedenfalls, in Berlin, wird man nicht weggejagt, nicht ständig kontrolliert, man kann bei der Kirche schlafen, wird medizinisch versorgt, zur Not von der Bundeswehr und auch in der S-Bahn wird man in Ruhe gelassen. Wovon lebt er? Von milden Gaben und von Plaste-Pfandflaschen aus Abfalleimern. Die wiegen nicht viel und mit einem Beutel voll hat man schon sein Essen zusammen … Bye, bye Mr. Schwabe in Berlin …

Mein Zug kommt, und es geht ab in den brandenburgischen Kiefernwald-Dschungel …

 

Montag, 22. Juli 2013

 

Lichtenberg Alexanderplatz

Berlin-Motiv Unter den Linden

Stadtmitte

Berliner Spatz Neue SitzeColosseum-Kino

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Tagebuch | Kommentare deaktiviert

Der Blick ins Leben

Erstellt von Bodo am 30. April 2013 – 12:04 -

“Nach Erdbeeren läuft Hilfe auf Hochtouren”: Der Blick in die Tageszeitung lässt wieder Schlimmes aus der Welt der Kindererziehung erahnen. Sind wieder ungenießbare Frostfrüchte aus China in der Schulspeisung gelandet? Aber nein! Nur falsch geguckt: es war ein Erdbeben, aber immerhin auch aus China.

Die nächste Meldung klingt schon interessanter: gentechnisch veränderte Darm-Bakterien produzieren Biokraftstoff, nämlich chemisch reinsten Diesel! Zwar ist alles noch im Versuchsstadium, aber man kann sich das ausmalen: Die Autofahrer gehen dann zur Apotheke, schlucken ein paar Darmtierchen, und können dann nächsten Tag ihre Tankladung auf der Toilette abfüllen. Etwas für Sparfüchse!

Oh, wieder Waffen-SS! Wen hat es diesmal getroffen? Horst Tappert. Wenigstens kein Schriftsteller! Und wer ist der Nächste? Helmut Schmidt? Johannes Heesters? James Last? Letzter weilt auch noch unter uns, und tourt mit seiner “Last Tour” durch Europa. Künstler können nie aufhören!

Darauf ein schönes Pils aus einem aufblasbaren Bierkrug! Für 2,99 im Angebot. Lieber nicht! Lieber den Full-HD-Camcorder, spritzwassergeschützt, bis 3 Meter. Meinen die nun Wassertiefe oder Spritzweite? Egal, auf alle Fälle wohl für den Karibik-Urlaub, oder die Malediven. Oder doch lieber den selbstfahrenden Rasenmäher für 299 €? Der Selbstfahrer ist auf alle Fälle zu empfehlen beim Genuss des 5-fach destillierten Premium-Vodkas für 4,99. Aber nur bei eingebautem Navigationsgerät!

Mein Favorit ist der praktische Vakuum-Beutel: Der Staubsauger saugt die Luft aus dem Ding, und schon kann man seinen Krempel platzsparend unters Bett schieben. Ich bräuchte so ein Ding für meine Gedanken: einfach Staubsauger an und schon hat man ein Vakuum-Gehirn! Ohne störende Nebenwirkungen wie Erinnerungen und Zukunftsängste …

Die 18-jährige Schülerin, die in der Zeitung übers Abitur schreibt, hat dergleichen, zumindest Letzteres, nicht: Sie freut sich, wenn die Prüfungen endlich vorbei sind und damit auch die Schulzeit. Dann beginnt die Freiheit: Die Freiheit des richtigen Lebens!

 

Bodo Bodenstein, 7 Stunden vor der Walpurgisnacht

 


Erstellt in Kategorie Dies und Das | Kommentare deaktiviert

50 Wörter für Schnee

Erstellt von Bodo am 7. April 2013 – 09:14 -

Nach diesem Winter können wir, glaube ich, für den Rest des Jahres keinen Schnee mehr sehen. Zu lange war er unser Begleiter auf Straßen und Plätzen, in Wiesen und Wäldern. Selbst die Zugvögel konnten wahrscheinlich gut auf diesen Nach-Winter verzichten, mussten sie doch für gut 4 Wochen wieder umdrehen und wärmere Gefilde aufsuchen.

Das konnten wir immobilierten Erdbewohner nicht und waren auf Gaslieferungen aus Russland angewiesen. Damit unsere Wohnungen nicht schimmeln. Wer draußen gefroren hat, war selbst schuld. Dafür gibt es ja Mäntel, Jacken, Schals, Handschuhe und Mützen. Aber, welcher Deutsche setzt schon eine Mütze auf? Erstens sieht man damit aus wie ein Depp; und zweitens, besonders bei den Damen, ist dann die ganze schöne, in Stunden hintoupierte Frisur im A… Also friert lieber die Birne ein. Wie sollen die Deutschen da warme Gedanken bekommen?

Jedenfalls haben wir etwas gelernt. Wir können jetzt, wie die Inuit, 50 Arten von Schnee unterscheiden. Nun brauchen wir nur noch Wörter dafür! Wir haben sie längst …

Hier eine Aufstellung:

SCHNEE in der Luft:

(1) vereinzelte Schneeflocken
(2) es schneit
(3) dichtes Treiben
(4) Schneesturm
(5) Schneegriesel
(6) dicke Flocken
(7) Schneeregen

SCHNEE auf den Pflanzen

(8) Raureif
(9) Schneebruch
(10) Winter Wonderland

SCHNEE auf dem Boden

(11) überzuckert
(12) Neuschnee
(13) Tiefschnee
(14) Schneewehe
(15) Schneechaos
(16) Schneematsch
(17) Nasser Schnee
(18) Pappschnee
(19) Verhärteter Schnee
(20) Schneemehl

SCHNEE im Wintersport

(21) Schneebrett
(22) Lawine
(23) Schnee-Garantie (bis in den Mai)
(24) Schnee-Kanonen-Schnee
(25) Schneeloipe
(26) Schneehang
(27) Pulverschnee

SCHNEE im Frühling

(28) Schneehaufen
(29) Schneereste
(30) Schneeflecken
(31) Schneeglöckchen
(32) Glasschnee
(33) Schattenschnee

verschmutzter SCHNEE

(34) dreckiger Haufen
(35) Sommersprossenschnee
(36) Streuselkuchenschnee
(37) Schmutzschnee
(38) Ascheschnee
(39) Schwefelschnee (DDR)
(40) Rußschnee

SCHNEE in der Literatur und Kunst

(41) Schneeweißchen und Rosenrot
(42) Schneekönigin
(43) sich freuen wie ein Schneekönig
(44) Frau Holle
(45) Snegurotschka (Russland)
(46) Schneekristall
(47) Schnee-Skulptur
(48) Schnee-Festival
(49) Schneewittchen

und schlussendlich:

(50) Iglu

Somit brauchen wir uns Mitteleuropäer mit unseren Schnee-Erfahrungen gar nicht hinter dem Berg verstecken. Vielleicht finden Sie, lieber Leser, noch weitere Wörter für Schnee? Sie können gerne hier kommentieren …

Frühlingsgrüße vom Bodo

 

Dreckiger Schneehaufen

Das kann bitte weg …

 

 

 


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Tagebuch, Verdichtetes | Kommentare deaktiviert

Freitag mit Hindernissen

Erstellt von Bodo am 22. März 2013 – 21:29 -

Laute Bohrgeräusche wecken mich. Im Nachbar-Aufgang wird eine Wohnung für einen neuen Mieter hergerichtet. Neues Bad, neue Elektro-Installation. Den Maler kenne ich schon. Er hat meine Wohnung auch schön hergerichtet. Alles hübsch geworden.

Die Butter ist alle. Nur noch ein klitzekleiner Rest ist in der Dose. Auch gut. Zu Nutella braucht man nun wirklich keine Butter! Überhaupt ißt man viel zu viel Butter. Wenn man mal eine Woche die Butter weglässt, ist der Bauch gleich merklich kleiner. Das ist kein Witz! Der ultimative Diät-Tipp: einfach die Butter weglassen …

Nach dem Frühstück will ich die Deutsche Bank anrufen. Der Kredit ist vorfristig zurückgezahlt, sogar mit Überzahlung, nun will ich den Rest zurück. Bei jeder anderen Bank kein Problem. Nur nicht bei der Deutschen: Eine Dame: “Ich muss Sie an Hand der Adressdaten verifizieren. Sind Sie damit einverstanden, dass dieses Gespräch aufgezeichnet wird?” Ich sage, meinetwegen … “Sind Sie damit einverstanden, dass dieses Gespräch zu Kontrollzwecken aufgezeichnet wird? Sagen Sie JA oder NEIN!” Ich tue ihr den Gefallen und sage: Ja.

“Sind Sie damit einverstanden, dass Sie an Hand Ihrer Adressdaten verifiziert werden? Sagen Sie JA oder NEIN!” Ich antworte erbost, was denn dieser ganze Unsinn soll. “Antworten Sie mit JA oder NEIN!” Jetzt habe ich die Schnauze voll und sage “NEIN!” Die Dame: Tut mir leid, dann kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. Und ich: “Schönen Dank! Auf Wiederhören!”

Ich rufe eine zentrale Hotline dieses Geld-Instituts an und schildere mein Anliegen. Plötzlich ohne JA-NEIN-Masche. Die Dame sagte, ja, das könnten nur die Kollegen vor Ort klären und sie versteht meinen Ärger. Und gibt mir noch eine Hotline-Nummer aus Frankfurt am Main. Dort soll die Zentralstelle der Kreditvergabe sein.

Die neue Dame lacht noch beim Abheben … aber nicht mehr lange: “Für den Frühling können Sie nicht sorgen?” versuche ich auch in Stimmung zu kommen. Nein, das könne sie leider nicht. Dann möge sie doch dafür sorgen, dass ich mein überzahltes Geld zurückbekomme. “Tut mir leid, dazu müssen Sie sich ausweisen. Am besten gehen Sie in eine DEUTSCHE-BANK-Filiale und tragen Ihr Anliegen vor.” Ich werde langsam ungeduldig: Wenn ich dort in der Filiale bin, sagt die Angestellte, sie wäre nicht zuständig und ich solle ein formlosen Schreiben an die Filiale schicken, die den Kredit bearbeitet hat.

“Und außerdem haben Sie alle meine Informationen: Sie haben meine Adresse, meine Konto-Nummer – wieso zahlen Sie den Rest nicht einfach zurück?” Die Dame hat wieder eine Ausrede: “Das wird alles automatisch bearbeitet und erst am Ende des Monats abgerechnet.” Na toll! Und in der Zwischenzeit spekuliert man wohl mit meinem Geld auf dem Lebensmittel-Weltmarkt? Ich bedanke mich jetzt, weil ich einfach keine Lust mehr auf DEUTSCHE BANK habe: “Vielen Dank für Ihren Service! Ihr Haus kann man wirklich nicht empfehlen!”

Und damit verplempert man nun kostbare 20 Minuten seines Lebens! Dafür ist nun die Waschmaschine bald fertig, sie schleudert gerade. Wäscheständer aufstellen, und dann die weiße Wäsche aufhängen. Ich habe einen Trick, wie die Handtücher auch ohne Trockner schön weich werden: Vorm Aufhängen die Tücher richtig heftig mit der Hand herumschleudern, und nach einer Stunde das Ganze nochmal. Bevor sie trocken sind. Funktioniert! Dann sind die Handtücher zwar nicht so superflauschig wie beim Trockner, aber auch nicht mehr so kratzbürstig hart.

Die Zwiebel liegt schon seit 2 Monaten in der Ecke. Also muss sie heute dran glauben! Für Penne mit Tomatenstückchen. Einiges muss man wegschneiden, aber noch zu gebrauchen. Die Zwiebel brutzelt mit Salami-Würfeln im Fett, dann die Tomaten rauf und dann das Ganze auf die Nudeln. Fertig und satt!

Mittagsschlaf.

Dann mit dem Bus in die Stadt: Der Fahrer hat’s eilig! Auf ihn wartet der Feierabend, wie man später sieht. Er wird abgelöst. So ein Feierabend kann nicht schnell genug kommen, zumal am Freitag! Da kann schon mal eine Oma längs im Bus hinschlagen! Alles schon passiert … Dann ist natürlich die Technik schuld: Mit so einem Bus kann man nur sportlich fahren! Das liegt am Drehmoment! Komisch: die Frauen können besser fahren.

Beim Bäcker nehme ich zwei Spritzkuchen mit. Fürs Kaffeetrinken. Mutter hat heute wieder ihren Meckertag: Nichts macht man richtig: “Du weißt genau, daß Du die Bäckertüten nicht zusammenknüllen sollst. Die brauche ich doch noch! Das machst Du mit Absicht!” Schöne Unterhaltung … Eigentlich wollte ich einen Kaktus mitnehmen, den Mutter nicht mehr braucht. Aber mir gefällt keiner. “Jetzt habe ich diesen Trieb extra für Dich abgeschnitten, und nun willst Du ihn nicht!” Man macht immer alles falsch! Mal ein Lob? Fehlanzeige!

Dafür darf ich Schnee schippen. Für den Stiefvater, dem man es auch nicht Recht machen kann.

Beim Blumenladen gibt’s nur Blümchen-Töpfe, keine Kakteen. Mit dem Bus geht’s zurück nach Westen. Aussteigen beim Baumarkt: Hier gibt es ganz kleine süße Kaktusse! Nur 1,69 EUR. Ich suche mir einen Winzling aus. Ab damit zur Kasse! Der Kaktus ist für den Kassen-Scanner zu klein. Ich meine, den gibt es sicher gratis. Das wird freundlich verneint. Eine junge Verkäuferin wird gerade angelernt und hat gleich einen Problemfall! Nummer eingeben funktioniert auch nicht. Anrufen. Besetzt! Eine dritte Kollegin wird mit dem winzigen Kaktus in die Pflanzenabteilung zurückgeschickt …

An der Kasse bildet sich schon eine lange Schlange. Ich entschuldige mich bei den Kunden: “Tut mir leid, ich wollte nur einen kleinen grünen Kaktus kaufen …” Der Nächste wird derweil abkassiert. Dann kommt ein Anruf rein, eine Nummer wird durchgesagt und aufgeschrieben. Die dann wieder in den Kassen-Computer getippt, und: Bingo! Es ist mein Preis! Ich darf also bezahlen. Doch wo ist mein Kaktus? Ach, da kommt die dritte Kollegin zurück aus der Blumenhalle, mit meinem Stachelgewächs. So ein Aufwand um einen kleinen grünen Kaktus!

Der Mini-Kaktus steht jetzt am Treppenhaus-Fenster. Und macht die Betonburg etwas gemütlicher …

 

22. März 2013

 

 

 


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Tagebuch | Kommentare deaktiviert

Für Ärzte ist das kein Problem

Erstellt von Bodo am 20. Januar 2013 – 17:08 -

Ein Patient braucht eine Pille
Das ist sein erster Wille
Doch will man sie in Händen halten
Muss man einen Arzt einschalten …

Sie wissen wo die Spritzen liegen
Wo sie preiswert Häuser kriegen
Haben immer noch ne Pillenpackung da
Sind Chef vom Klinik-Großkonzern
Die Schwiegermütter haben sie gern
Und nachts, da machen sie: Tatü-Tata!
Rechnungen schreiben – Schwestern vertreiben
Marlboro rauchen – Pflaster verbrauchen
Und ständig füttern sie den Arzt-PC
Professoren hofieren – das Butterbrot schmieren
Den Dr. med. machen – sich mit dem Mann krachen
Das alles tut nicht wirklich richtig weh

Für Ärzte ist das kein Problem
Ihren Kontostand wissen sie gut
Um Geschenke müssen sie nicht flehen
Denn sie kennen dein Blut
Wenn ich’s doch sage
Für Ärzte ist das kein Problem
Deinen Sums hör’n sie zehnmal am Tag
Sie sagen, du sollst nach Hause gehn
And don’t forget den Betrag … zu zahlen
Gar keine Frage … Weiterlesen…»


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Verdichtetes | 1 Kommentar »
RSS