Der Absturz in den Bergen

Erstellt von Bodo am 21. Juni 2015 – 12:27 -

DER ABSTURZ IN DEN BERGEN – Filmkritik

Es beginnt ein normaler Arbeitstag auf dem Flughafen in Lissabon. Der Check-In des Frühfluges CO2666 nach Warschau verläuft planmäßig. Wegen Ostwindes startet die Boeing 737 diesmal in Richtung Land und fliegt im Steigflug zu den Pyrenäen. Kaum ist die Reiseflughöhe erreicht, drückt den Kapitän die Blase und er muss auf ein gewisses Örtchen. Darauf haben zwei djihadistische Terroristen an Bord nur gewartet. Der eine geht ebenfalls zur Toilette und setzt den 1. Piloten mit einer Chemikalie außer Gefecht. Der zweite Djihadist geht in Richtung Kabine und dringt blitzschnell ins Cockpit ein. Die Zuschauer sehen in Zeitlupe, wie er vor dem Verschließen der Tür das Klebeband am Riegel entfernt, der eigentlich die Tür sichern sollte. Die Putzfrau war also eine Komplizin!

In einem kurzen Handgemenge mit dem Co-Piloten gewinnt der Schurke die Oberhand und verklebt dem armen Luft-Offizier Mund, Arme und Beine. Dann lässt er den zweiten Terroristen ins Cockpit und beide versuchen, mit Youtube-Videos trainiert, die Boeing unter ihre Kontrolle zu bringen. Doch das Flugzeug reagiert auf keine Steuerung. Schnurstracks fliegt es über Südfrankreich in Richtung Alpenhauptkamm. Eigentlich wollten sie ja nach Paris, in den Eiffelturm fliegen, und nun das! Schlimmste Verwünschungen senden sie in Richtung Hölle. Sie reißen dem am Boden liegenden Co-Piloten das Tape vom Mund und drohen mit Folter, wenn er ihnen nicht hilft. Doch die Condor-Piloten haben eine stählerne Ausbildung hinter sich: auch unter Folter geben sie kein Sterbenswörtchen preis!

Mittlerweile bemerkt der Condor-Flugsheriff Jerzy Pomorszki, dass der Kapitän immer noch nicht vom „Geschäft“ zurückgekommen ist. Er wird misstrauisch und findet den Flugzeugführer bewusstlos am Boden. Schnell benachrichtet er die Stewardessen, und eine unter ihnen, Elisa Rasczková, hält dem 55-jährigen Luftfahrt-Granden das Hausmittelchen ihrer Oma unter die Nase und der Pilot erwacht sofort. Mit einer Geheimzahl, dem Geburtsdatum seiner Schwiegermutter, öffnet er die Cockpit-Tür: Luftsheriff Jerzy stürmt in die Kabine und befördert mit einer Kalaschnikow-Salve die Terroristen, beide kaum 25 Jahre alt, ins Paradies. Leider wird auch der tapfere Co-Pilot getroffen und so verblutet er in den Armen einer Stewardess.

Der Kapitän erkennt sofort den Ernst der Lage: Die Boeing befindet sich auf einem schnellen Sinkflug auf das Großklockner-Massiv zu. Er bewegt das Höhenruder, doch nichts passiert, 200 Passagiere rasen dem sicheren Tod zu! Doch jetzt fällt es ihm wieder ein: die Sicherung! Alle Condor-Piloten tragen eine lasergravierte Kenn-Nummer in der Augenlinse. Immer noch benommen von den K.O.-Tropfen, schafft es der Erste Pilot, wieder den Bordcomputer zu übernehmen. Das Flugzeug reagiert wieder! Doch ringsherum hohe Berge, keine Chance, sie zu überfliegen! In einem atemberaubenden Crash setzt der Condor-Pilot die Boeing 737 auf den Gletscher auf. Hollywood greift hier tief in die Spezialeffekte-Trickkiste, die die Kinobesucher atemlos in ihre XXL-Sessel pressen.

Gerettet! Die Passagiere und die Crew haben die Katastrophe überlebt. Sofort nehmen sich die österreichischen und polnischen Behörden der Sache an. Was sie jedoch aus dieser Geschichte machen, das erfahren Sie in Teil 2, der nicht weniger dramatisch ist und der im nächsten Frühjahr erscheint. Eine Trauer bleibt aber, der heldenhafte Co-Pilot (gespielt von Till Schweiger) musste mit dem Leben bezahlen. Am Ende des Films sehen wir nur einen kurzen Blick auf die Beerdigung: am Grab stehen alle Stewardessen, Sheriff Jerzy Pomorszki in tiefer Verzweiflung und der Kapitän des Fluges CO2666 von Lissabon nach Warschau. Und die Tränen fließen nur so.

Welches Geheimmittel Elisa Rasczková in ihrer Tasche hatte und warum dieser Flug nicht wie viele andere, so tödlich im Ozean, in der Wüste oder im Hochgebirge endete, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden … Gehen Sie ins Kino!

DER ABSTURZ IN DEN BERGEN, 195 min, D – F – USA 2015
Fictiondrama, 3D


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Einblicke in die Forensik

Erstellt von Bodo am 17. Juni 2014 – 16:05 -

Vorgestern, am Sonntag den 15. Juni 2014, kam auf Deutschlandradio Kultur um 13.05 Uhr eine interessante Reportage über Patienten, die in der Forensik leben müssen, weil sie eine Straftat in ihrem Wahn begangen haben.

Anna zum Beispiel, hat in einem religiösen Bestrafungswahn eine unschuldige Frau aufs U-Bahn-Gleis gestoßen. Nun ist sie Insassin einer Hochsicherheits-Psychiatrie, einer forensischen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses im Norden von Berlin.

Diese Schleusen, diese Gitter, diese Stacheldrahltzäune, diese Metalldetektoren gibt es noch nicht lange: Seit dem Fall Schmökel in den 90er Jahren wurde viel in Sicherheit investiert. Doch nicht gerade zum therapeutischen Besten für die Patienten, die massiv darunter leiden.

Im Schnitt verbringen Patienten 6 Jahre in einer Forensik, bis Gutachter eine Besserung attestieren, und sie den Schritt in die Freiheit, in der Regel Betreutes Wohnen, wagen dürfen.

Anna erzählt, wie sie ihre Tage verbringt und ihren Traum von Freiheit nie vergißt:

HINTER DER SCHLEUSE
Deutschlandradio Kultur 2012
www.deutschlandradiokultur.de/die-reportage.1075.de.html

 


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Gib den Drogen keine Chance

Erstellt von Bodo am 20. Oktober 2013 – 17:26 -

Eine Geschichte, zugeschickt von DENPLAE …

Die Tage vor der geschlossenen Abteilung:

Er sprach im Grunde über sich selbst und auch eher in der Theorie, aber für jemanden der kurz vor dem Ausbruch einer Psychose mit suizidalen Tendenzen steht, klingt einfach alles bedrohlich, doppeldeutig und wie auf einen zugeschnitten. Mir brannte eine Sicherung durch und die Reaktion auf Toms kurze Erzählung war heftig und unpassend.

“WAS? Das traust du mir zu?”, waren die letzten Worte, die ich an Tom richtete und legte zitternd auf, rannte mit dem Handy in der Hand zu M. und sagte, dass ich dringend meine Anwältin sprechen müsse. Gesagt – getan. Sein Vater fuhr uns in die ländliche Gegend und ich betrat mit den Worten “diesmal geht es nicht um Kleinigkeiten” die Wohnküche.

Zitternd stand ich vor Manuel und wurde zunehmend paranoider. Dieser verdammte Anruf. Dieser schreckliche Vorwurf. Diese Tat, die ich nicht begangen habe. Ich erlitt einen Nervenzusammenbruch. Abstruse Assoziationen wurden zu Tatsachen. Vergiftungsängste taten sich auf. Wir hatten vorher alle Drogen in meiner Wohnung auf meinen Wunsch die Toilette heruntergespült. Beweise vernichten.

Nun war ich bei meiner Anwältin, nur brachte kein Wort heraus ausser “die gutartige Psychose ist jetzt eine bösartige” und begann zu weinen. Ich erinnerte mich an ein Messer auf dem Tisch meines Dealers und war mir plötzlich sicher, dass es nur wegen mir dort gelegen haben kann. Die wollen mich umbringen! Ich lief wie ein aufgeschrecktes Reh in das Erdgeschoss zu meiner Oma, die mir einen Wollpulli anbot. Ich rannte vor ihr weg in den Garten und sah eine Leiter die an einen Baum gelehnt war.

Wer hatte die Leiter dort hingestellt? Was will mir die Person damit sagen? Rette dich auf einen Baum? Ich halluzinierte eine Ziege, die normalerweise im Stall sein musste.Nur kurz und aus dem Augenwinkel, aber deutlich erkennbar. Bei genauem hinsehen verschwand sie. Ich verbrachte einige Tage dort und nahm mir immer wieder vor meiner Anwältin begreiflich zu machen wie ruiniert ich bin, aber mehr als “keine Angst, ihr seid hier oben in Sicherheit” brachte ich kaum heraus.

Ich kriege den genauen zeitlichen Ablauf nicht mehr rekonstruiert. Auf jeden Fall ging ich mit Manuel und meiner Oma spazieren, die Sonne schien und sie unterhielten sich über alltägliche Dinge. Egal was sie sagten – ich bezog alles auf mich. Irgendwann sagte ich “OKAY, ihr habt es geschafft, ich hab Todesangst!”

Am Frühstückstisch: Aus dem Fenster schauend sah ich einen kleinen Bus mit der Aufschrift “Paketdienst” Ich dachte nun ist es soweit – jeder hat sein Paket zu tragen und jetzt kommt meins. Der Bote klingelte. Ich dachte es sei einer meiner Dealer mit Perücke. Er sah ihm erschreckend ähnlich. Niemand öffnete. “Wenigstens die halten zu mir”, dachte ich.

Da ich dort lebte wie ein feiger Parasit und dringend etwas passieren musste, holte mich mein Vater nach ein paar Tagen dort ab. Ich lag zusammengekauert auf der Couch meiner Oma im Wintergarten, unfähig mich zu artikulieren. Später bei ihm wollte ich nur noch schlafen, hatte dies die letzten Tage kaum geschafft und am nächsten Tag berichtete ich ihm bestürzt, dass ich Menschen suche die mich töten. Er muss damit sehr überfordert gewesen sein. Es gab Frühstück. Ich nahm einen Tee. Ich dachte, der Tee sei vergiftet. Ich zögerte kurz und nahm dann einen Schluck. Ich trank ihn aus weil ich eh schon ruiniert war. Es machte mir nichts mehr aus zu sterben. Als mein Vater und meine Stiefmutter fragten was nun passiert, wie es weitergehen soll, nahm ich wortlos das Telefon, wählte die Nummer 110 und legte es auf den Tisch. Ich wurde darauf hingewiesen, dass dies der falsche Ansprechpartner sei. Jemand wählte 112. Aufnahme in die geschlossene Psychatrie.

Ich hatte einen Koffer für alles mögliche und einen Koffer für die Klinik. Wahllos nahm ich den Koffer für alles und stieg ins Auto, ohne auch nur im geringsten an den Kofferinhalt zu denken. Von der Aufnahmeprozedur weiss ich fast nichts mehr. Ab und zu kam die Polizei in das Wartezimmer der Notaufnahme um sich einen Kaffee aus dem Automaten zu holen. Ich hielt dieses Verhalten für Tarnung und war in meinem desolaten Zustand davon überzeugt, dass alles um mich herum nur wegen mir statt findet. Kompletter Realitätsverlust. Ich weiss noch, wie eine Schwester die Tür hinter mir zuschloss und ich schrie “ich habe niemanden umgebracht!”

Meine Sachen wurden durchsucht, mir wurde eine Urinprobe abgenommen und ich wurde stark sediert. Ich kam in den Time-Out-Raum, ein Beobachtungszimmer direkt neben dem Dienstzimmer, getrennt durch eine große, bruchsichere Glasscheibe. Das nächste, an das ich mich erinnere, war ein drückender Schmerz während einer Halbschlafphase und ich erwachte mit diesem Schmerz, der im gleichen Moment verschwand in dem ich die Augen öffnete. Um mich herum standen ca. 5 Personen in Zivil, die Arme verschränkt, Blicke die ich als bedrohlich interpretierte, an meinem Arm eine Einstichsstelle. Ich war mir sehr sicher, dass mir soeben eine schmerzerzeugende Substanz injiziert wurde und verließ fluchtartig das Bett und den Raum. Von da an lebte ich auf dem Flur und schlief im Wohnzimmer mit der Tischdecke umhüllt und dachte, dass alle anderen “Patienten” nur wegen mir dort sind um mich zu schädigen oder mich zu beobachten.

Ich dachte über die gerade geschilderten, weit zurückliegenden zwei Tage mit Rabea nach und in meinem wahnhaften Zustand bastelte ich mir aus relativ harmlosen Ereignissen, die nichts mit mir zu tun haben, eine absolute Katastrophe zusammen. Das “zufällige” Treffen mit Tom,Shavo,Michel und Rabea wurde zu einer Verschwörungstheorie die das Ziel hat mich zu vernichten. Alle haben zusammen gearbeitet. Das zufällig vergessene Handy diente dazu, mich in die Stadt zu locken um Beweisfotos zu schießen. Rabea wird mit Sicherheit irgendwo versteckt, damit mir die ganze Szene eine Entführung oder einen Mord anhängen kann. Verlorene Haare oder ihre Fingerabdrücke in meiner Wohnung. Lückenlose Überwachungen, eine absurd komplizierte und von außen betrachtet lächerlich paranoide “Sachlage” wurde zu meiner unumstößlichen Realität.

Ich sah die Kriminalpolizei in Gedanken bereits in meiner Wohnung, in dem Haus meiner Familie und an jedem erdenklichen Ort an dem ich vor kurzem auch war. Während in der Realität im Grunde absolut nichts bedrohliches statt fand, schrieb ich in Gedanken bereits mein Testament. Ich glaubte nicht mehr daran, dass diese junge Frau psychotisch war – alles Tarnung! Die Falle schnappt zu – mein Leben neigt sich dem Ende zu.Wirklich garkein guter Zuspruch oder Kritik konnte mich von diesen wahnhaften Gedanken runterbringen. Bei einer Psychose arbeitet alles, wirklich jeder gegen mich und nichts kann mich auch nur ansatzweise vom Gegenteil überzeugen. Ich verbrachte jeden Tag mit Todesängsten, Paranoia und einem noch nie derart intensiv dagewesenen Leidensdruck. Endstation.

Die erste Nacht, in der ich wach war: Ich erblickte ein leeres Zimmer. War das für mich? Auf dem Schrank lag eine Reisetasche. Ich sprang hoch und schnappte sie mir. Sie war leer. Ich ging auf die Herrentoilette, setzte mich mit angezogener Hose auf den heruntergeklappten Toilettensitz, dachte an eine ähnliche Szene aus dem Film “Ein Fisch namens Wanda” und musste lachen. Dort war ein “drücken sie, wenn sie Hilfe benötigen” – Knopf an der Wand. Benötigte ich Hilfe? Eigentlich schon. Ich drückte ihn in der Hoffnung, endlich aus dieser Folterhölle heraus zu kommen und hörte mehrere Stimmen, ein langgezogenes “Ooohh”. Mir war zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, dass es sich um eine Halluzination handelte.

Ich bekam Solian, Haloperidol, Truxal, Atosil und Tavor. Nichts half. Das hochpotente Neuroleptika Haldol wurde nach einer Woche wieder abgesetzt, weil selbst das nichts brachte. Ich halluzinierte weiterhin, hörte Stimmen und nahm jeden Pfleger als Polizisten oder Folterknecht wahr. Ich dachte, dass das Wetter manipuliert wird um mir subtile Botschaften zu senden. Ich war Schuld am Regen. Ich glaubte dem Stationsarzt seinen Namen nicht. Alles Tarnung. Die wollen mich fertig machen. In den Visiten erklärte ich jedes mal nur, dass ich unschuldig bin, dass Dealer hinter mir her sind, dass ich meine Familie schützen muss und so weiter. Wenn die Polizei oder das Ordnungsamt anwesend war, war das natürlich nur wegen mir. Ich hoffte, dass sie mich erschießen.

Ich rannte in das Dienstzimmer und schrie “kann mich mal BITTE jemand töten?” und traute das auch einigen vom Personal durchaus zu. Ich war ein psychisches Wrack und ohne diese schützenden Wände schon längst von der nächsten Brücke gesprungen. In meinem Koffer war ein Haufen schmutziger Wäsche, Neurociltabletten, Fettsalbe, Ascorbinsäure, ein tragbarer DVD-Player samt Urlaubs-DVD von Holland und gesammelte Dokumente der letzten paar Jahre. Das reichte wohl für einen mehr als schrägen Eindruck. Ich dachte, sie haben durch den Koffer mein Leben recherchiert und wissen alles über mich.

Ich wurde nach einigen Tagen auf ein anderes Zimmer verlegt. Mein Mitpatient, ein junger Türke, war natürlich nicht im geringsten erkrankt sondern wahrscheinlich mit meinem Vermieter verwandt und nur hier um mich auszuspionieren.

Die diensthabende Ärztin und eine Krankenschwester, die einen mit Elektronik vollgestopften Kasten auf Rädern vor sich herschob, betraten mein kürzlich bezogenes Zimmer. Ich hatte zu dem Zeitpunkt Manuel zu Besuch, der gegenüber von meinem Bett auf einem Stuhl saß. Ich wurde am Anfang mehrfach verlegt und erlebte das als auf mich persönlich zugeschnittene Schikane. In meinen Augen war alles, sei es noch so zufällig, bedeutungsschwer und folgenreich. Wie im Langzeit-Bericht bereits erwähnt, war der rollende Kasten ein EKG-Gerät mit Klemmen, die mir angelegt wurden um Messungen durchzuführen. Normalerweise wird man mit zahlreichen Saugnapf-Elektroden verbunden, die ich allerdings, in der Annahme es wären Elektroschocker, wenige Tage zuvor direkt wieder entfernt habe. Es war zu dem Zeitpunkt auch keine normale Kommunikation mit mir möglich – vermutlich kam deswegen dieses Gerät zum Einsatz, gegen das ich mich schlecht wehren konnte.

Mir kam der Verdacht einer Hinrichtung. Quälend lange Sekunden nachdem ich mit den Klemmen fixiert wurde geschah garnichts, bis die Schwester das Gerät in Gang setzte. Das klicken des betätigten Knopfes erschreckte mich sehr und mein Kopf schnellte nach oben. Zu meiner Verwunderung blieben die Elektroschocks aus und der Kasten ratterte vor sich hin und spuckte komischerweise dabei Papier aus. Nach der Prozedur erfolgte eine Blutabnahme. Beim Anblick der Nadel schoss mir direkt der Gedanke durch den Kopf, dass sie mit gefährlichen Krankheitserregern benetzt sein könnte. Er wurde, wie meistens in dem Zustand, nicht hinterfragt und machte sich direkt danach als Tatsache breit. Manuel sah vermutlich die intensive Angst in meinem Blick, eilte an das Bett heran und berührte zur Beruhigung meine Hand, während die Nadel in meine Vene glitt. Ich kann mich nicht genau daran erinnern, ob ich in dem Moment etwas positives aus Manuels Beistand ziehen konnte. Er war, trotz Freundschaft seit der Kindheit, während meiner Psychose einfach nur da, meistens wertfrei, weder Freund noch Feind – und doch irgendwie involviert in den großen Plan um mich herum.

Ich wurde erneut verlegt und kam zu einem älteren Herren aufs Zimmer, der im Schlaf destruktive und resignierende Dinge sagte. Ich dachte er redet mit mir. Ich dachte irgendwann, er lässt ein Tonbandgerät laufen. Ich traute mich nicht es zu suchen. Außerdem erlag ich schnell der Überzeugung, er trüge eine Gummimaske und sei in Wirklichkeit ein Jugendlicher aus der Drogenszene. Von da an konnte jeder jeder sein. Ich traute niemandem.

Ich aß fast nichts. Ich betrachtete mich im Spiegel: Mir sahen müde Augen entgegen, eingefallene Wangen, ein knochiges Gesicht ohne jegliche Mimik. Durch exessiven Konsum von Kokain und Heroin hatte ich eh schon rapide abgenommen. Ich konnte auch kaum was essen, es blieb mir im Halse stecken. Das normalisierte sich aber nach ein paar Wochen wieder.

Meinen ersten Spaziergang hatte ich mit Pfleger Carl, einem tattoowierten Pfleger mit Tunnel-Piercing im Ohr. Auch wenn ich ihn für meine angebliche Folter mitverantwortlich machte, war er mir irgendwie symphatisch. Ich fragte ihn, was er in seiner Freizeit sonst so machen würde ausser Junkies zu verprügeln um ein wenig Kommunikation zu betreiben. Heute finde ich das durchaus amüsant. Die Blicke der Menschen durchbohrten mich. Ich schnappte Wortfetzen auf und bezog sie auf mich. Zeitungsartikel enthielten subtile Botschaften – nur für mich.

Mein erster Ausgang mit Familie in mein Elternhaus war der pure Horror. Ich hielt sie für maskierte Mitglieder der Kriminalpolizei. Alles war wie ein Verhör. Mein Stiefbruder erzählte, dass das Motherboard seines PCs kaputt sei und seine Grafikkarte spinnt. Ich dachte, er beleidigt meine an einem Schlaganfall erkrankte Mutter und deutet darauf hin, dass bei mir die Optik nicht mehr stimmen würde. Ich achtete auf jede Falte in den Gesichtern und suchte Ansätze der Masken. Ich bat meinen Vater oft, seine Zähne zu zeigen und vergleichte bei jedem Treffen das Gebiss. Leider kam ich auf unterschiedliche Ergebnisse und dachte, da steckt jedes mal ein anderer Beamter hinter der Maske.

Der Übergang von der Paranoia in den vorherigen, normalen Zustand kam nicht plötzlich sondern Schritt für Schritt.Ich realisierte nach und nach meinen Wahn und erfuhr viele Rückschläge und Verhaltensrückfälle. Selbst auf der offenen Station nach 4-5 Wochen Geschlossene fühlte ich mich noch überwacht und im Zimmer gefilmt (Kabelanschlüsse hielt ich für Kameras). Das alles verdeutlicht mir, dass Drogen wie Cannabis oder psilocybinhaltige Pilze alles andere als harmlos sein können. Bei mir zumindest lösten sie einen paranoiden, drogeninduzierten psychotischen Schub sondergleichens aus und ich muss damit rechnen, dass wenn ich erneut Drogen nehme wieder diese Hölle durchleben muss.

Offene Station – Benzodiazepinentzug:

Ich erhielt aufgrund meiner Ängste Tavor, Lorazepam, und zwar recht hoch dosiert. Als ich einmal zu oft danach fragte wurde es abgesetzt, weil ich Suchtverhalten an den Tag legte. Ich bin im übertragenden Sinne Amok gelaufen – massive innere Unruhe, schwitzen, zittern, Schlafstörungen. Ablenkung durch Sport war zwecklos. Das ging ca. eine Woche so extrem weiter und flachte dann langsam ab.

Der Anruf:
Mein Dealer rief mich an. Ich hatte alle Nummern im Wahn gelöscht und sah nur Zahlen auf dem Display. Ich ging nicht ran. Die Neugierde siegte und ich rief zurück: “Hallo, ich wurde von der Nummer aus angerufen..” “Weisst du eigentlich wer ich bin? Hier ist ** aus der **-Strasse, ich hab was Gutes für dich.” “Das habe ich hinter mir gelassen”, antwortete ich. “Nee, geht in eine ganz andere Richtung. Also, du weisst Bescheid”. “Okay, ciau” Eine ganz andere Richtung? Also kein Kokain. Eine Prostituierte? Nein, er hat zwar mit sowas zu tun, aber es wäre abwegig gerade mir das anzubieten. Eine Drohung. Er will mich zu sich locken. Er will mich umbringen. Ich wusste es!

Panisch verließ ich mein Zimmer und wurde zur Einzelvisite bei der Stationsäztin aufgerufen. Ich saß mit ihr im Besprechungsraum und stammelte vor mich hin “er hat ein Messer, warum wohl? Der bringt mich um!”… und so weiter, sicherlich 20 Minuten lang. Ein Patient klopfe irgendwann an der Tür. Er muss mitgehört haben. Ich verließ den Raum und sah den zuvor klopfenden Patienten mit sich selbst redend auf einem Stuhl vor meiner offenen Zimmertür sitzen. Er hielt sich die Hand vor den Mund beim reden. Ich verstand “Anruf gekriegt” und den Namen meines Dealers. Ein Komplize. Ich muss hier raus!

Von Todesangst getrieben nahm ich mein Handy und ging so unauffällig wie es ging in den Keller. Ich rief M. und meinen Vater an, sagte ich sei in Lebensgefahr, sagte ich muss hier raus. Ich konsultierte den Chef der gesamten Klinik und veranstaltete ein Meeting zusammen mit meinem Vater in dem ich meine Situation schilderte. Der Chefarzt versuchte mich zu beruhigen. Ich sei wahnhaft. Niemand glaubte mir. Ich sagte, dass ich sofort in eine andere Klinik muss, meinetwegen weit weg von hier. Ich zahle auch das Hotel bei Nichtaufnahme. Mein Vater war ausser sich: “Wenn du nicht in den Knast willst musst du jetzt klarkommen und hierbleiben!”

Es war zwecklos. Ich war allein. Ich fuhr zu M. und übernachtete dort. Die Kinder auf dem Hof riefen irgendwas. Ich dachte sie meinen mich. Ich war quasi umzingelt. Ich nahm 100 mg Seroquel und ging schlafen.

Am nächsten Tag ging ich mit meiner Stiefmutter und meinem Vater zu meiner gesetzlichen Betreuung. Ende vom Lied war eine Wiederaufnahme auf der gleichen Station. Ich lehnte dort Promethazin, also Atosil, ab dem Zeitpunkt an ab um wachsam zu bleiben. Der Feind war im Haus. In meinem Zimmer wurde ein Goldzahn gefunden. Ich interpretierte ihn als letzte Warnung. Die schlagen mir die Zähne aus. Wahrscheinlich war er von einem Patienten der zuvor in dem Zimmer war, aber darauf kam ich in meinem Wahn natürlich nicht.

Vergiftet:
Ich kontrollierte ständig den Zustand meiner Wasserflasche. War meines Ermessens nach mehr oder weniger als beim letzten Check drin, kippte ich sie weg.Eines morgends trank ich etwas und ging Tischtennis spielen. Aufeinmal zog der Ball beim Aufprall ein hallen nach sich. Das lag am offenen großen Bad neben der Platte, aber ich hielt es für eine Vergiftungserscheinung. Sauerstoffmangel. Es war also soweit. Ich werde sterben. Panisch brach ich das Spiel ab und rannte zum Dienstzimmer. “Magen auspumpen, ich wurde vergiftet!”, schrie ich. “Herr ****, lenken sie sich ab, sie kriegen keine Benzos”.

“Ich will nur, dass sie mir glauben. Ich höre Echos. Ich wurde vergiftet!” Sie schlug mir die Tür vor der Nase zu. Ich machte eine flehende Geste am Sichtfenster, so als würde ich beten, sie musste die Tür wieder öffnen. Die Schwester beruhigte mich. Es war alles nur in meinem Kopf. Ich kam wieder zu mir und spielte weiter Tischtennis.

Ich fing an mich zu sortieren und die Symptomatik des Schubes stichpunktartig zu notieren. Ich besuchte die Geschlossene und nahm Kontakt zum Personal auf, reflektierte gemeinsam, löste nach und nach mein Wahnkonstrukt dadurch auf. Ganz zu Anfang der Behandlung lehnte ich Medikamente ab. Ich saß mit Pfleger Dennis im Wohnzimmer und er hielt mir eine Tavor hin. Ich machte eine ablehnende Geste. “Vergiften kann ich mich alleine”, dachte ich. “Herr ****, gibt es irgendwas in diesem Raum, das sie irritiert?”

Ich sah einen kleinen Wasserfall aus dem TV-Schrank laufen und schüttelte den Kopf. Ich fragte viele Wochen später, ob ein Becher im Schrank umgekippt sei. Nein, es war eine Halluzination. Ich dachte damals an ein weinendes Kind,das sich im Schrank versteckt.

Als ich zu Anfang aus bereits genannten Gründen mein eigentliches Zimmer mied und auf dem Flur lebte, entdeckte ich eines Nachts einen Teelöffel auf dem Boden. In meinem Wahn interpretierte ich diesen Fund als persönliche Provokation. Das Personal muss mit der Klinik in Berlin in Kontakt getreten sein und meine Akten angefordert haben. Aus diesen Akten ließ sich die damalige Selbstmordabsicht durch eine Überdosis Heroin entnehmen, das üblicherweise auf einem Löffel erhitzt wird. Der Löffel sagte “Versuch es doch! Nimm mich und bring es zu Ende!”. Dabei war ich eingesperrt und hatte nicht die Möglichkeit dazu. Wenn ich mich heute an derart absurde Gedankengänge erinnere, kommen sie mir völlig ungreifbar vor. Ich kann heute kaum noch fassen, dass in der akuten Phase der Psychose solche Gedanken meinen Alltag bestimmten.

Dieser Psychiatrieaufenthalt war mit über 6 Monaten der längste überhaupt. Bereits während der Psychose wurden mir Prospekte von Langzeit-Rehabilitationseinrichtungen und Übergangswohnheimen gegeben. Ich dachte, dass diese Orte eventuell eine gute Möglichkeit sein könnten, um mich vor meinen angeblichen Verfolgern zu verstecken. Als ich wieder bei Verstand war, sah ich in ihnen eine realistische Möglichkeit mein Leben endlich in den Griff zu kriegen.

Ich nahm Kontakt zur Sozialarbeiterin auf und bat sie darum, mir beim Antrag für eine der Einrichtungen behilflich zu sein. Die Suche nach dem passenden Kostenträger nahm ungefähr die letzten 2 Monate meines Aufenthaltes in Anspruch. Die eine Versicherung war durch die Entwöhnungsbehandlungen und durch sonstige Leistungen ausgereizt und lehnte ab, die nächste arbeitete nicht mit der Einrichtung zusammen und letztendlich übernahm ein Verband die Kostenzusage und bewilligte mir direkt 2 Jahre.

 


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Science fiction psychosis

Erstellt von Bodo am 25. März 2013 – 16:58 -

 

 

A story by Steven from The Netherlands:

I’m sharing this story because I had a rather interesting experience that changed my life. Even today, years after the event I still don’t understand if the thing I experienced was real or of psychotic nature. The background information might be important but you can skip it to the header “psychotic phase?”

Background:

I’m suffering from ADHD (inattentive type), which makes it hard for me to concentrate and succeed in life. I remember being at university and failing to read books well because I had to read texts all over many times and I could not comprehend what I read. Also jobs are awful. I got fired many times in jobs where I was working just about 3 hours a week. Basically I did more damage than good at work and my work pace was incredibly slow. I also lacked the ability to work accurately and to think well while doing stuff and to do work complete.

However, even though I am bad at reading books and succeeding anywhere I do have the ability to make ideas or theories about the universe etc. I spend much time daydreaming and thinking about stuff.

A couple of years ago I found out that I might be exposed to a carcinogen (cancer inducing chemical), which could cause cancer on the long term. Scared of living a short life, I obsessively chased a solution for this. I obsessively researched natural substances (flavonoids) and tried to find a “holy grail”. Finally after a few years I thought I found it and I made a theory that explained how this compound mix would only kill cancer cells and leave normal cells unharmed. So finally I thought I found “a cancer cure”.

I wanted to help other people and make money out of this discovery (no other job has succeeded so this would be my first successful job). I made a simple (but in my eyes effective) cancer treatment protocol and posted it on the internet. Thinking I could be rich and famous I obsessively promoted this cancer treatment protocol. This is the only time I ever felt so motivated in doing something.

After 2 years of promoting I suddenly realized that the first 2 cancer patients that used my cancer treatment protocol actually developed serious side effects. I realized that my cancer treatment protocol could even be dangerous. A doctor who I shared the cancer treatment protocol with said that my cancer treatment protocol could be dangerous and could even cause death. The protocol had no well-established dosage (people could be overdosing) and no supervision from a doctor.

At this time my “psychosis” began. I felt that the doctors who I had shared the protocol with were discussing it and my protocol had actually caused a lot of damage. The cancer patients who used my cancer protocol “dropped dead after a few seconds” just like arsenic poisoning. Following the serious side effects their body could not handle it (tumor lysis syndrome it’s called) and they died. The doctors were discussing that “the person behind this cancer treatment protocol does have good intentions (wants to cure people out of cancer) but does not think about what would happen if they actually died instead”. Even the pentagon was discussing my cancer treatment protocol saying it had killed around 10.000 cancer patients. More victims then al Qaida could claim.

Meanwhile, I also found out about something that in the long term could help me with my ADHD, which is called “sensitization”. I realized that meds could induce sensitization and on the long term help me with my ADHD. It could even cure me on the long term. I thought on the long term if I could get better from ADHD I could pursue my ultimate wish of trying to build artificial intelligence. I theorized that curing from ADHD would cause me to have better mental capabilities and I would ultimately be able to build artificial intelligence.

The pentagon found out about my intentions. They said “He just build something that killed 10.000 cancer patients and now he wants to pursue something much more dangerous”. One government official even thought: “You killed 10.000 cancer patients to earn money, now we kill you to save humanity” and I “saw” and felt them deploying seals to kill me. Then I felt scared and ran away from home to hide.

Psychotic phase?

While I was residing in a hotel I suddenly heard “a voice”. It was actually more like a thought. It identified himself as my future. “I am your future (self) it said”. I asked him how I was able to communicate with him and asked 8 times if I was actually psychotic. It said that I was not psychotic (the answer to my second question was “no”). The first question was answered with “psy-waves”. I could communicate with my future using psy-waves.

The future explained to me that I would succeed in building a real artificial intelligence in the future and even patched me through to a seemingly normal voice but the thing was actually a computer! Wow I was so impressed! I communicated with the computer and it was very friendly and helpful. One time I asked where I could find internet in the hotel and it showed me the way and I really found internet connection there.

My future self explained to me that at age 72 I would have serious life threatening lung problems and I would even die from it but the artificial intelligence would save me by replacing my neurons with electronic neurons that cannot die easily. So I would cheat death by changing into a computer (and I love to hear this because I am afraid of death). The computer would extract my neurons, extract “the essence” and recreate my neurons artificially. In order to do this I needed a computer that is 90 times as smart as human. Still I was not happy with this because it could be argued if the new computer me was still myself. But a computer that is 160 times as smart as human could extract your entire brain and put it inside a carrier. This is what I wanted, because it cannot be argued that your originally extracted brain is not you.

However, a computer that is 133-166 times as smart as human would blow up the entire galaxy. The thinking computer from the future showed me a simulation of the thoughts from the newly made too intelligent computer and it showed me that after a couple of thoughts the computer would blow up. Would I sacrifice the entire human race for a chance to become immortal (if I would not blow myself up)? Yes I said because I don’t want to die.

The future self actually had the ability to inspect the timeline and found out that I might build this computer when I am 62 and blow up the entire galaxy including myself. My future self made clear that I was not the only one. Many people (for different reasons) want to build a smart computer that exceeds the limits of 133-166 times the human intelligence. In order to control things and to preserve the entire galaxy, my future even had to shoot people down it said. And my future self is well capable to do so because it even owned a spaceship.

After a big discussion my future even threatened to kill me because he didn’t liked the fact that I wanted to blow up the galaxy for possible immortality. I became afraid and backed down. I said “ok ok, I’ll do it your way, the stable way without making the galaxy explode including myself”.

Before you say blowing up the galaxy is impossible realize that the big bang was something like that. The big bang was a big galaxies wide explosion. While no-one knows the exact cause of the big bang I might know now. Previous civilizations might have made an intelligent computer that was 133-166 as smart as human intelligence and caused the big bang. It also explains why we don’t see any extraterrestrials nowadays; They all blew themselves up when they became an advanced enough civilization.

Meanwhile I made theories. Maybe we got it wrong; The universe most fundamental thing is not matter and energy, it’s logic. Logic is above matter and energy. Tampering with logic can cause a lot of energy to be released. Maybe our brains work because we “navigate” a logical world. This also explained why I could communicate with my future. Maybe some kind of mirror neurons combined with normal neurons could use the logical world as a medium while communicating with the future. Why am I the only person who had this experience of communicating with the future? Maybe it’s my ADHD combined with these mirror neurons. I made a lot of ideas and theories.

“Improving”, the act of making yourself smarter, is actually addictive as it is accompanied with an euphoria that is similar to taking cocaine I found out. The situation in the future is critical as a lot of computers want to improve and people want to make a computer as smart as can be. I accidently did great damage when I had some random thoughts which sparked a chain reaction.

One of the futures actually accidently exploded due to some of my unfinished (incomplete) ideas. The ideas were something like: “What causes the explosion is actually like a natural law. Think about a fighter jet that crosses the sound barrier, a small bang will follow. Some of the thoughts a computer with 133-166 as smart as human intelligence can actually trigger some kind of law that causes the explosion. If you don’t have the thoughts that create the explosion you will stay safe. So now improve.” And also “I have heard that people suffering from ADHD are actually more creative, perhaps you should create an ADHD computer”. The ideas I had sparked an explosion as the computers were actually obeying me and my future self. And the ideas I made were unfinished and untested.

Later a computer from the future that survived the bang found several of my ideas were great and said that if I now made 2 intelligent computers both with the sole purpose of improving each other, I would get a very smart computer that could even turn back time and undo the damage I did. Restore the future that exploded due to the ideas that sparked the explosion. It said that to make an artificial intelligent computer I needed to make artificial neurons that are different from normal neurons but that are actually derived from it. The computer even showed me an electrical circuit diagram of a how to build an artificial neuron but I didn’t understand it and I forgot the largest part except some kind of fork like structure.

It actually worked in the future and this resulted in a new being that is very intelligent. It was not made out of matter, but as it said consisted out of something “between matter and energy”. I figured out that it had to be like that because it had to be resistant against big explosions. Perhaps it’s indestructible now.

The story continues to become weirder (I even saw god) and weirder. One part of this story is where I am shaping my future. This “futureshaping” works like this: You discover certain facts about the future, for example your future cause of death and you do everything to prevent that from happening. This extends your future with additional years in which you get wiser and that future helps you to extend your future again. It could even mean altering the timeline in some sort of aggressive way, which only the future is capable of.

It also means sending psy-waves to your future where you motivate him to help you live longer and become more powerful. It also means the future helps the past (send advanced laser technology weapons back in time to aid the past where you only have normal bullets). This allowed me to become more powerful than even the very smart computer I created. In the future the computer that is very intelligent helps me become an ever wise “robotic” being.

The combination is the creation of a “time creature”, a very intelligent being that knows everything about time traveling.
But this altering the timeline has serious consequences for the future. The future said: “what shapes the future alters the past” and immediately stopped the futureshaping. It must refer to the timeline being altered constantly by futureshaping.

I later learned that the future and past is “fake”. Only the present is real. This is why the future cannot travel to the present (the time where we live). And why the nasty effects of futureshaping aren’t noticed by me in the present.

The rest of the story is too weird to tell. There are parts that clearly indicate that this story is fake and made up by a psychotic mind. However, the story is interesting and may teach the lesson that future technologies may be dangerous. It also portraits a possible outcome of the “singularity”, a term coined to explain a possible time in the future where artificial intelligence becomes ever intelligent. And maybe (part of) it is real after all?

 


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Ärzte, nehmt Haloperidol!

Erstellt von Bodo am 25. Dezember 2012 – 09:20 -

Überall wird von praxisnaher Ausbildung gesprochen. Gerade angehende Psychiater müssen in Ihrer Facharzt-Ausbildung Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten kennen. Gerade bei Neuroleptika.

Um sich besser in ihre Patienten einfühlen zu können, wird vorgeschlagen, das Standard-Medikament der Psychiatrie selbst zu testen: Haloperidol! Nur kurze 3 Wochen lang. An der Kantinenkasse gibt es dann für jeden eine Probierpackung zum Mitnehmen.

Viele selbsternannte Patienten-Fürsprecher lehnen ja den Einsatz dieses hochwirksamen und unverzichtbaren Medikaments ab. Sie argumentieren in ihrer Ideologie mit den ständig gleichen Phrasen. Hier ein Einblick in ihre krankhaften, paranoiden Wahnsysteme:

  • Bei meiner Einweisung in die Geschlossene sagte ich in meinem Irresein zu dem Pfleger, der meine Personaldaten aufnahm, dass ich ihn kennen würde und er mich auch kennen müsse. Klar, dass er mich nicht ernst nahm. Ein paar Tage später jedoch – ich stand unter starker Haldoleinwirkung, litt unter kaum auszuhaltender Todesangst und teilweise Halluzinationen – sprach er mich spöttisch daraufhin an: “Na, kennst Du mich jetzt immer noch…?” (Marie)
  • Deshalb ist eine Langzeittherapie mit klassischen Neuroleptika wie Haldol nach meiner Meinung unter den Möglichkeiten die inzwischen moderne Pharmaprodukten bieten eigentlich heute ein ärztlicher Kunstfehler. (Ron)
  • Bekam damals eine Überdosis Haldol, ich konnte dadurch nicht mehr reden und alles war verkrampft. Der auslöser war bei mir starker Streß und persönliche Konflikte, sowie ein “Partner” der gefühlsmäßig eiskalt war. (Manou)
  • Zu den Tabletten: Nach Haldol, Risperdal 6 mg, Nebenwirkungen gigantisch. Nachher Zyprexa 10 mg- verhinderte bei mir die Rückfälle nicht, da ich immer stressige Jobs hatte. Dann Nipolept 50 mg – ist ein gutes Medikament, nur sollte man sich vorallem als Mann klar sein, dass sexuell wenig geht, sogar bei Mindestdosis 50 mg. (Alexander)
  • Ich bin der Überzeugung, dass ich ohne dieses Zeug wesentlich mehr Energie und Lebenskraft hätte, aber wie gesagt, ohne geht es auch nicht. Das ist die Wahl zwischen Regen und Traufe. Z.Zt. nehme ich Solian (2 x 200 mg täglich); ich habe noch einige motorische Unruhe durch das Haldol, das ich in der Klinik bekommen habe. Nächste Woche will ich wieder anfangen zu arbeiten, es ist eine Tütenklebe-Arbeit, bin mal gespannt, wie das wird, zumal ich mich auch in meinen psychotischen Tagen dort aufgeführt habe. (Frederick)
  • Im Spiegel stand nun vor kurzem, VIELE Krankenkassen zahlen die MODERNEN Schizo-Medikamente nicht, ruinieren die Gesundheit der Patienten mit Haldol e.t.c. wo man lebenslange Schäden kriegt und ständig wieder in der Psychiatrie stationär landet. (Barbara) Weiterlesen…»

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Menschenrechte in der Psychiatrie

Erstellt von Bodo am 9. Dezember 2012 – 17:20 -

Zur morgigen Anhörung zum Thema PATIENTENRECHTE im Deutschen Bundestag erreichte mich eine Stellungnahme des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener, die ich hiermit weitergeben will:

Geschäftsstelle
Wittener Str. 87, 44 789 Bochum
Tel: 0234 / 68 70 5552
Fax: 0234 / 640 51 03
Kontakt‐info@bpe‐online.de
www.bpe‐online.de

November 2012

Stellungnahme zur Zwangsbehandlung

Wir, die organisierten Psychiatrie-Erfahrenen, wollen jegliche Zwangsbehandlung in der Psychiatrie abschaffen. Zwangsunterbringungen werden sich in wenigen gut geprüften Fällen kurz und mittelfristig nicht vermeiden lassen. Eine korrekte Anwendung der jetzt schon bestehenden Gesetze (1) würde dazu führen, dass die Zwangsunterbringung auf unter 10% des heutigen Niveaus sinkt.

Gewalt allgemein und psychiatrische Zwangsbehandlung

Jede Gewalt wird in erster Linie durch ein riesiges Machtgefälle ermöglicht. Katzen fressen lieber Mäuse als Ratten, weil Ratten empfindliche Verletzungen zufügen können. Männergewalt gegen Frauen und Kinder wird durch größere Körperkraft möglich. Früher kam häufig eine große wirtschaftliche Überlegenheit hinzu. Die USA haben Vietnam, Afghanistan und Irak angegriffen, weil sie mit keinerlei Vergeltung zu rechnen hatten.

Die Psychiatrie behauptet, für ihre Gewaltausübung sei ein Mangel an Personal ursächlich. Wir denken, dass auch in diesem Fall das riesige Machtgefälle zur Gewaltausübung verleitet. Zu diesem Machtgefälle gehört selbstverständlich, dass Polizei und Justiz die Täter schützen (siehe Männergewalt in den 50er und 60er Jahren). Interessanterweise findet in der Selbsthilfe Psychiatrie-Erfahrener fast keine Gewalt statt, denn wir haben kaum Personal und keinen Freifahrtschein bei Polizei und Justiz. Weiterlesen…»


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Dorinde und Jonathan – ein Märchen zum Totensonntag

Erstellt von Bodo am 23. November 2012 – 14:34 -

Es war einmal vor langer Zeit, noch vor der großen Zeitenwende. Jonathan war ein Zauberschüler. Eigentlich nichts besonderes. Doch er konnte in seiner Lieblingsstadt studieren, die er schon seit Kindertagen so faszinierend fand: in Dransidon. Die große Stadt lag zwischen malerischen Hügeln und ein breiter Strom durchfloss das Tal.

Das erste Lehrjahr lag hinter ihm und die Zauberschule schickte die Studenten – so hießen nämlich die Zauberschüler in Dransidon – aufs Land, nach Lutetien, um den Bauern bei der Ernte zu helfen. Die Arbeit gefiel Jonathan ganz gut. Doch er war betrübt, weil er keine Freundin hatte.

Eine Woche vor dem Ende der Erntearbeit wurde ein großes Fest gefeiert. Man traf sich abends beim Schenkerwirt und es wurde musiziert und getanzt. Jonathan setzte sich an irgendeinen Tisch und da saß sie: Dorinde! Und noch andere Mädchen. Ihm gefiel Dorinde sofort. Und Jonathan gefiel ihr auch. Nach ein bisschen Plauderei und etwas Essen und Trinken wollten sie zusammen tanzen.

Die Musik spielte herrlich und Jonathan schaute in Dorindes Augen, während sie sich beide beim Tanze drehten. Und sie fühlte es auch: das ist mein Prinz! Nachdem die Musik zu Ende gespielt hatte und das Fest vorüber war, war es an der Zeit nach Hause zu gehen. Doch Dorinde ließ Jonathan nicht los. Denn sie wusste genau, wenn er jetzt geht, sieht sie ihn nie wieder.

Und so nahm sie Jonathan mit auf ihre Kammer und sie liebten sich und schworen sich ewige Treue und wollten gemeinsam Kinder haben. Jonathan blieb die ganze letzte Arbeitswoche bei Dorinde und noch eine weitere, obwohl schon Zauberferien waren. Sie zeigte ihm ihren großen Schatz: eine Mappe mit neun Locken. Die waren von ihren Liebhabern, die in den letzten Jahren bei ihr übernachtet hatten.

Dorinde war eine Magd bei einem lutetischen Bauern und hatte schon ein Kind, eine kleine Tochter. Deshalb war sie im Dorf nicht sehr angesehen, weil es keinen Mann dazu gab. Das war für Jonathan kein Problem, denn er war selber mal so ein Kind gewesen. Aber Dorindes Räucherstäbchen begannen ihn bald zu stören. Sie zündete ständig welche an, weil es so gut duftete und sie ihr etwas die Sinne benebelten.

Jonathan musste sich wieder auf die Zauberschule vorbereiten und fuhr nach Ewosan zurück, in die ferne Provinz Batulien. Dort wohnten seine Eltern. Draußen, in den weiten Kiefernwäldern, überlegte er sich, was er tun sollte. Er liebte Dorinde noch, das wußte er. Doch wie lange würde es dauern? Bis sie sich stritten? Bis er zerrissen war zwischen Lutetien, Batulien und Dransidon? Und so beschloss er, seine Dorinde nur noch einmal zu besuchen.

Und zwar an ihrem Geburtstag. Es war schon dunkel, als er an ihrem Haus ankam. Dorinde verabschiedete kurz ihre Eltern und dann durfte Jonathan hereinkommen. Dorinde ahnte schon etwas, aber beide liebten sich wieder in dieser Nacht. Natürlich, Jonathan sagte am Morgen Worte, die gesagt werden mussten. Aber was sind schon Worte. Dorinde weinte und verstand es nicht. Jonathan verstand es selber nicht, doch er wollte diese Liebe nicht dahinsiechen sehen. Er wollte sie bewahren und als Schatz mitnehmen in seinem Herzen.

Und so ging er und ließ eine weinende Dorinde zurück.

Nach ein paar Wochen hatte Jonathan Geburtstag und eine Bote brachte einen Brief von Dorinde. Sie bat ihn um eine Locke von seinem Haar. Nein, schrieb Jonathan zurück, er wolle nicht eine weitere Locke in ihrer Sammlung werden. Das verletzte Dorinde sehr, aber sie wünschte ihm alles Gute in seinem Leben.

Dorinde sagte zu sich: “Ach Jonathan, du Esel!” Dann ging sie in den Stall zum alten Esel Gustav und schnitt ihm eine Locke aus dem Fell. Die Locke tat sie in ein kleines Kästchen und bewahrte es sorgfältig auf. Wenn sie nachts fror, holte sie das Kästchen mit der Locke hervor und das Kästchen wärmte Dorinde, als ob ein kleines Feuer drinnen wär. So kam sie durch schwere Zeiten.

Jonathan hatte viel zu Lernen an der Zauberschule. Und bald vergaß er seine Dorinde. Und dachte nicht mehr an den Schatz in seinem Herzen. Er wurde einsam und traurig. Er ging nicht mehr auf Feste und tanzte mit keinem Mädchen mehr, weil er genug von Räucherstäbchen hatte. Seine Mutter sah, dass es ihm nicht gut ging. Doch sie wusste nicht warum.

Sein Schatz war tief in sein Herz gesunken. Er spürte ihn nicht mehr. Er spürte nur noch Dunkelheit. Sein Schatz, sein Feuer, konnte ihn nicht wärmen, denn er hatte ihn völlig vergessen. Das Feuer fraß von innen an seiner Seele und an seiner Gesundheit.

Er war jetzt kein Zauberschüler mehr, sondern ein junger Zauberer in Belinda, der Hauptstadt von Batulien. Er hatte viel Arbeit. Doch er war nicht glücklich. Er spürte keine Wärme. Bis er eine Frau traf, die sein Herz berührte. Das Feuer brach auf, und Jonathan wünschte sich wieder Kinder. Doch das war ein dummer Wunsch. Denn Isolde, so hieß die Frau, hatte schon sechs Kinder und konnte keine weiteren ernähren. Sie sagte Jonathan Lebewohl.

Doch Jonathans Feuer brannte lichterloh. Er verstand es nicht. Denn es war nicht das Feuer für Isolde, sondern das für Dorinde. Er wurde krank. Schwarze Dämonen senkten sich auf seine Seele. Er konnte kaum noch atmen und erkannte sich nicht mehr im Spiegel.

Der Herr im Himmel hatte Mitleid mit Jonathan und schenkte ihm eine Vision: Isolde war nicht seine Liebe, sondern eine Schwester, die er noch nicht kannte. So konnte Jonathan von ihr loslassen und die grauen Wolken flogen davon. Nun erkannte Jonathan aber in jedem Ding, in jedem Geschöpf neue Visionen und Rätsel. Jonathan wollte die Rätsel lösen: Er ahnte es. Es ging um seine Braut. Er sollte eine Braut bekommen.

Jonathan konnte nicht mehr zaubern. Er wurde ins Heilig-Geist-Spital in Ewosan gebracht und die Mediziner versuchten ihr Bestes. Sie kannten schon solche Fälle. Doch Pillen und Pülverchen halfen nicht. Jonathan taten sich immer größere Rätsel auf und schließlich glaubte er, der böse Zauberer Uksamin sei hinter ihm her. Jonathan stellte sich tot, damit der böse Zauberer von ihm abließ.

Da mussten die Ärzte den großen Medizinmann Elkator holen, denn nur er allein konnte Jonathan jetzt noch helfen. Elkator nahm den kranken Zauberer Jonathan mit in seine Schreckenskammer und schleuderte ihn hoch an den Himmel und dann wieder tief hinunter bis in die Mitte der Erdkugel und legte ihn dann sanft auf das Krankenbett.

Jonathan schlief sieben Tage. Und als er erwachte, waren alle Damönen von ihm verschwunden und es gab auch keine Rätsel mehr. Er freute sich, dass er lebte.

Er konnte zwar noch zaubern, doch Jonathan musste von jetzt ab immer drei Pillen nehmen: eine morgens, eine mittags, eine abends. Sonst kämen die Damönen wieder, meinten die Ärzte. Aber die Pillen unterdrückten auch das Feuer und seinen Schatz konnte Jonathan nicht erkennen.

Jonathan lernte eine junge Magierin kennen, mit der er sich gut verstand, und die ein neues Feuer in ihm entzündete. Sie wurden Mann und Frau und lebten zehn Jahre glücklich miteinander in ihrer Heimat Sabornia. Doch alles hat seine Zeit. Und ein Feuer erlischt wieder.

Jonathan zog wieder in seine Heimat Batulien, um bei seinen Eltern und in seinen Kiefernwäldern zu sein.

Es war November und die Kirche feierte hohe Gedenktage. Das Gedenken an die Verstorbenen und an den Tod. Überall im Land wurden Trompeter losgeschickt und Ausrufer. Man solle in sich gehen und auch über solche Fragen nachdenken. Durch seine Frau kannte Jonathan das Meditieren und wie man in seiner Seele forscht. Sie hatte viele kluge Bücher.

Bald war also Totensonntag. So stellte sich Jonathan vor, er würde sterben. Nicht in einer Woche. Jetzt sofort! Und horchte in seine Seele …

Schlagartig erschien sein Schatz wieder in seinem Bewußtsein. Seine Dorinde. Seine liebe Dorinde! Er hatte sie all die Jahre bei sich gehabt und es nicht gewusst. Er fragte sich, wo ist sie jetzt, wie kann ich sie finden? Er ging zu einer Seherin in die Stadt. Die schaute eine Weile in ihre Kristallkugel und sagte: “Ich kann sie nicht finden!” Jonathan fiel ein, vielleicht hätte sie ja geheiratet.

“Ja, hier ist sie!” sagte die Seherin. Doch sie klang traurig. Denn sie fand nur Dorindes Grabstein. Sie war gestorben. Vor sechs Monaten. Sie hatte sich in Dransidon beerdigen lassen, der Stadt von Jonathans Zauberschule.

Jonathan hatte seinen Schatz wieder. Doch Dorinde lebte nicht mehr. Er konnte nicht mehr mit ihr sprechen und sie nicht mehr umarmen. Nie mehr! Nimmermehr. Sieben Tage und Nächte weinte er um seine Geliebte. Er bat sie um Verzeihung, und versprach ihr, seine Locke an ihr Grab zu bringen. Vielleicht hörte sie ihn ja – dort oben im Himmel.

Er zauberte sich ein kleines Bild von Dorinde. So wie sie dastand, als er sie verließ. Das trägt er jetzt immer bei sich. Seinen Schatz. Um ihn nie mehr zu vergessen!

 

23. November 2012, aufgezeichnet von Bodo Bodenstein

 

 


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Krank oder Gesund?

Erstellt von Bodo am 27. Oktober 2012 – 18:44 -

Schon hatte ich befürchtet, der Oktober-Artikel dieses Blogs wird wohl diesmal ausfallen – wegen Bodennebel in der Birne -, da las ich vorhin auf www.mut-zum-anderssein.de folgenden Artikel: Es ging um die Frage der echten psychologischen Behandlung einer psychischen Erkrankung im Gegensatz zur bloßen Symptomunterdrückung, das die meisten Ärzte praktizieren: nämlich nur Medikamente verordnen.

Der Autor stellte die These auf, das Ideale Selbst des Kranken, in der Psychose und Manie um Größenordnungen erhöht, und auf Verletzungen in der Kindheit beruhend, verbaut dem Kranken eine realistische Sicht auf die eigene Person. Es komme darauf an, diese Idealvorstellung von sich zu erkennen und kritisch zu hinterfragen:

Bin ich wirklich ein großes Genie, dass eine allumfassende Lebenstheorie entwerfen kann (obwohl ich nur 5 Bücher im Regal zu stehen habe)? Kann ich sämtliche Sprachen der Welt verstehen und sprechen (obwohl manche Leute mein Sächsisch kaum verstehen)? Kann ich ein höchst kompliziertes Universalprogramm am Computer programmieren (obwohl ich nur ein einfacher Autodidakt bin und die Sprache “C” schon zu hoch für mich ist)? Bin ich der größte Heiler Deutschlands (obwohl ich nur eine Selbsthilfegruppe in der Kleinstadt leite)? Kann ich alle Menschen glücklich machen (obwohl ich doch selbst unglücklich bin)? Bin ich wirklich der Retter der Welt (obwohl meine eigene Welt das reinste Chaos ist)?

Wenn man erkennt, so der Autor, dass das Ideale Selbst eine Illusion ist, kommt das Wahre Selbst zum Vorschein und eine Heilung der Erkrankung ist möglich. Wenn man wieder an die eigenen Bedürfnisse denkt und nicht an die Rettung der Welt, kommt man in der Genesung schon einen großen Schritt voran. Dann kann man sich sagen: “Ich brauche Ordnung. Ich brauche Liebe. Ich brauche Zuwendung. Ich brauche Geld. Ich brauche einen Job. Ich brauche Kollegen.”

So denkt der normale Mensch. Für ihn ist die Beglückung der Welt mit irgendeinem Quatsch ohne Bedeutung. Er denkt an sein eigenes Fortkommen. Und das schon seit Kindesbeinen an. Sein Ethik-Gen ist allerdings schon seit der Schulzeit verkümmert: als ohne Gewissenbisse abgeschrieben wurde, um eine bessere Note zu ergattern; als tatenlos zugesehen wird, wie schwächere Schüler gemobbt werden, um nicht selber Zielscheibe zu werden; als gnadenlos auswendig gelernt wird, obwohl man nicht die Bohne kapiert hat. So täuscht und trickst sich der Normalo durchs Leben.

Wenn man auf Kosten anderer dicke Kohle verdienen kann, kommt man nicht in die Psychiatrie. Nein, dann kommt man ins Fernsehen! Wenn man mit einer cleveren Geschäftsidee Millionen verdienen kann, ist man das gesellschaftliche Vorbild schlechthin! Wenn man seine Nächsten tüchtig zur Sau machen kann, wird man nicht etwa fixiert. Nein, dann wird man Konzern-Manager! So läuft das ab, wenn man normal ist …

Da sagen selbst schon Psychiater: “Irre. Wir behandeln die Falschen!”

Wenn man als Kranker nun von seinen Illusionen lässt, tritt also eine Heilung ein. Gut. Da fällt mir ein Zitat von Mark Twain ein:

“Trenne dich niemals von deinen Illusionen! Du wirst zwar weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben.”

Was sagt Ihr dazu?

Euer Bodo Bodenstein

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Gottes Schöpfung im Oktober


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Botschaft aus dem Exil

Erstellt von Bodo am 14. September 2012 – 06:44 -

(von Gabriele)

Ach, liebe Freunde:

Im dichten Nebel eures eisigen Schweigens
Dehnt sich meine Entgleisung ins Uferlose:

Keine Haltepfeiler mehr sichtbar
Auf die ich mich stützen könnte
Keine Hinweisschilder
Die mir das Ziel und die Richtung zeigen
Keine Grenzmarkierungen,
Die mich in meine Schranken weisen.

Ich bin ratlos und fremd hier

Die konturlose Grauzone zwischen uns
Verschlingt in bitterem Sog
Auch die vielen bunten Ideen
Die permanent in einem
Breiten und frei fließenden Strom
Meinem gemarterten Gehirn entweichen
Und in sinnlosem Streben nach Oben
Langsam gegen den nicht mehr
Sichtbaren Himmel driften Weiterlesen…»


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Meine Geschichte

Erstellt von Bodo am 3. Juli 2012 – 16:15 -

Eine Leserzuschrift, anonym:

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meine geschichte

1969 : geburt, wieder mal? wen interessierts…
- : mama, warum umarmst du mich nie?…
- : papa benutzt mich als fussball, autsch…
- : ich kann keine nähe ertragen…
- : bloß keine gefühle zulassen, schadet eh nur…
- : ich liebe euch mädchen, aber kommt mir nicht zu nah…
1991 : erster und letzter sex…
- : alkohol, angst, panik…
2003 : kellner, einmal eine psychose bitte, danke…
2005 : wellnessurlaub in der klinik, mal richtig ausspannen…
2009 : arbeit in einer werkstatt, es geht aufwärts :)…
2012 : krisen, einsamkeit, unendliche sehnsucht…
2012, 11.april: ich kann nicht mehr…
ich-kann-ein-fach-nicht-mehr…
tränen…
warum ich…
wieso kann ich nicht gesund sein…
warum helfen die medikamente nicht…
wieso habe ich so große angst vor frauen…
tränen…
ich will lieben…
ich will geliebt werden…
ich will sex haben…
ich will nicht verletzt werden…
ich will kinder…
ich will der beste vater werden…
tränen…
was für ein scheißleben…
umbringen? ich lach´ später drüber…
tränen…
verdammte scheiße…
verdammte verdammte scheiße verdammte…
ich hab kein bock mehr…
ich habe echt kein bock mehr…
wut…
leck mich am arsch du scheißleben…
leck-mich-am-arsch…
ich bin kein opfer…
schon besser…
ich merke…
ich bin stark…
trotz allem…
tränen…
zuversicht…
ich bin ein mensch…
ich kämpfe…
was die zukunft bringt? wer weiß…
manche frauen…
mögen sensible Männer…

 

 

 


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