Das Geschenk

Erstellt von Bodo am 13. Mai 2011 – 08:45 -

Noch vor Ostern habe ich mich bei meiner Frau angesteckt – Erkältung, Schnupfen und Bronchitis … Zuerst versuchte ich es noch mit homöopathischen Tropfen, aber der Husten wurde immer schlimmer. Richtig weh tat es in der Brust! Als dann der erste gelbe Auswurf kam, war der Hausarzt dran. Der verschrieb mir ein Antibiotikum, wodurch es aber nicht wirklich besser wurde. Meine Frau hatte einen Lungenarzt-Termin, und ich durfte mitkommen und wurde gleich mituntersucht. Dieser Doktor verschrieb mir ein Cortison-Spray und noch zusätzlich ein stärkeres Antibiotikum – bitte 5 Tage einnehmen!

Als dann der zweite Tag vorüber war, machten meine Darm-Baktierchen schlapp – zwei Antibiotika waren zuviel – und ich bekam schönen Durchfall. Nun gut! Also Zwieback essen, Salzstangen und Cola, Kamillentee und Brühe. Ich musste tagsüber auf dem Sofa Platz nehmen, und zwar in der Horizontalen, weil ich immer schwächer wurde. Der Durchfall ging aber nicht weg! Anruf in der Lungenpraxis – Antwort: Bitte das starke Antibiotikum absetzen und Trockenhefe-Darmtierchen aus der Apotheke einnehmen. Gesagt, getan. Zusätzlich noch Bananen zerquetscht und Äpfel gerieben und braun werden lassen, wie für ein Baby. Der Durchfall blieb aber!

Am 4. Tag des Maleurs wurde noch einmal der Hausarzt konsultiert. “So geht das nicht weiter! Da hilft nur Lopedium!” Und Cola wäre überhaupt nicht gut … In der Tat wurde die Sache dann besser und nach zwei Tagen war der Gang zur Toilette wieder ein Genuss … Nun, genug davon!

Was mir aber bei meiner unfreiwilligen vorösterlichen Fastenkur auffiel: Einige neurodermitische Hautstellen wurden besser und heilten völlig ab. Ein Fastenwunder! Auch die ganze Haut am Körper wurde viel weicher, reiner und geschmeidiger.

Der Bronchitis-Auswurf ging leider nicht so richtig weg. Und auch die juckenden Hautstellen kamen wieder, nachdem ich mich wieder normal ernährte. Woran lag das? An der Wurst? An der Margarine?

Beim Geburtstagbesuch bei meiner Mutter in Brandenburg wieder dasselbe Phänomen: Die Neurodermitis verschwand! Und nun kapierte ich endlich: Beim Durchfall-Fasten und beim Mutter-Besuch habe ich abends kein Bierchen getrunken! Also der Alkohol! Und das, obwohl es abends immer nur eine kleine 0,33-Flasche war … Muttern sagte: “Alkohol ist ein Nervengift!”

Meine Neurodermitis vermisse ich nicht – sie hat sich verabschiedet, genauso wie das Bierchen am Abend! Eine Kanne Tee tut es auch und man spart sogar noch ein paar Euro in der Woche …

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So bringt eine eintreffende Erkrankung nicht nur Schlechtes mit sich. Sie verhilft zu einem besseren Weg und bringt Heilung auf einem völlig anderen Gebiet, wo selbst Ärzte keinen Rat wissen. Es ist – wie so oft – eine Frage des Loslassens: Muss man jeden Abend sein Bierchen trinken? Nein, man muss nicht.

Auch die Psychose bringt einem Heilung in der Form des Loslassens. Man kann von dem Gedanken loslassen und von dem Druck, unbedingt Karierre machen zu müssen. Man muss nicht viel Geld verdienen! Man muss dem Chef nicht in den Arsch kriechen! Man muss nicht unbedingt diese Frau/diesen Mann haben! Man kann loslassen lernen von der Frage: Ich möchte gerne auch Kinder, ich bin aber zu schwach für ein Kind! Man kann loslassen von seinen überzogenen Ansprüchen an sich und die Umwelt. Und alles konzentriert sich schließlich auf die Frage: Wie verbringe ich gut meinen Erdentag? Habe ich gut zu Essen und zu Trinken? Habe ich sozialen Kontakt, und sei es nur beim Einkaufen? Habe ich eine befriedigende Beschäftigung, und wenn nicht: Was kann ich selbst dafür tun?

So ist nicht nur die Gesundheit ein Geschenk, auch die Krankheit ist es. Sie führt uns auf den Weg der Heilung – Heilung durch Loslassen.

 


Erstellt in Kategorie Dies und Das, Tagebuch | 1 Kommentar »

Ein Kommentar zu “Das Geschenk”

  1. Markus sagt:

    Mir gehts ähnlich seit ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich komme vor allem jetzt viel besser mit mir zurecht. Depressivphasen hab ich kaum mehr. Und der Denkapparat funktioniert auch zuverlässiger.

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