Freitag mit Hindernissen

Erstellt von Bodo am 22. März 2013 – 21:29 -

Laute Bohrgeräusche wecken mich. Im Nachbar-Aufgang wird eine Wohnung für einen neuen Mieter hergerichtet. Neues Bad, neue Elektro-Installation. Den Maler kenne ich schon. Er hat meine Wohnung auch schön hergerichtet. Alles hübsch geworden.

Die Butter ist alle. Nur noch ein klitzekleiner Rest ist in der Dose. Auch gut. Zu Nutella braucht man nun wirklich keine Butter! Überhaupt ißt man viel zu viel Butter. Wenn man mal eine Woche die Butter weglässt, ist der Bauch gleich merklich kleiner. Das ist kein Witz! Der ultimative Diät-Tipp: einfach die Butter weglassen …

Nach dem Frühstück will ich die Deutsche Bank anrufen. Der Kredit ist vorfristig zurückgezahlt, sogar mit Überzahlung, nun will ich den Rest zurück. Bei jeder anderen Bank kein Problem. Nur nicht bei der Deutschen: Eine Dame: “Ich muss Sie an Hand der Adressdaten verifizieren. Sind Sie damit einverstanden, dass dieses Gespräch aufgezeichnet wird?” Ich sage, meinetwegen … “Sind Sie damit einverstanden, dass dieses Gespräch zu Kontrollzwecken aufgezeichnet wird? Sagen Sie JA oder NEIN!” Ich tue ihr den Gefallen und sage: Ja.

“Sind Sie damit einverstanden, dass Sie an Hand Ihrer Adressdaten verifiziert werden? Sagen Sie JA oder NEIN!” Ich antworte erbost, was denn dieser ganze Unsinn soll. “Antworten Sie mit JA oder NEIN!” Jetzt habe ich die Schnauze voll und sage “NEIN!” Die Dame: Tut mir leid, dann kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. Und ich: “Schönen Dank! Auf Wiederhören!”

Ich rufe eine zentrale Hotline dieses Geld-Instituts an und schildere mein Anliegen. Plötzlich ohne JA-NEIN-Masche. Die Dame sagte, ja, das könnten nur die Kollegen vor Ort klären und sie versteht meinen Ärger. Und gibt mir noch eine Hotline-Nummer aus Frankfurt am Main. Dort soll die Zentralstelle der Kreditvergabe sein.

Die neue Dame lacht noch beim Abheben … aber nicht mehr lange: “Für den Frühling können Sie nicht sorgen?” versuche ich auch in Stimmung zu kommen. Nein, das könne sie leider nicht. Dann möge sie doch dafür sorgen, dass ich mein überzahltes Geld zurückbekomme. “Tut mir leid, dazu müssen Sie sich ausweisen. Am besten gehen Sie in eine DEUTSCHE-BANK-Filiale und tragen Ihr Anliegen vor.” Ich werde langsam ungeduldig: Wenn ich dort in der Filiale bin, sagt die Angestellte, sie wäre nicht zuständig und ich solle ein formlosen Schreiben an die Filiale schicken, die den Kredit bearbeitet hat.

“Und außerdem haben Sie alle meine Informationen: Sie haben meine Adresse, meine Konto-Nummer – wieso zahlen Sie den Rest nicht einfach zurück?” Die Dame hat wieder eine Ausrede: “Das wird alles automatisch bearbeitet und erst am Ende des Monats abgerechnet.” Na toll! Und in der Zwischenzeit spekuliert man wohl mit meinem Geld auf dem Lebensmittel-Weltmarkt? Ich bedanke mich jetzt, weil ich einfach keine Lust mehr auf DEUTSCHE BANK habe: “Vielen Dank für Ihren Service! Ihr Haus kann man wirklich nicht empfehlen!”

Und damit verplempert man nun kostbare 20 Minuten seines Lebens! Dafür ist nun die Waschmaschine bald fertig, sie schleudert gerade. Wäscheständer aufstellen, und dann die weiße Wäsche aufhängen. Ich habe einen Trick, wie die Handtücher auch ohne Trockner schön weich werden: Vorm Aufhängen die Tücher richtig heftig mit der Hand herumschleudern, und nach einer Stunde das Ganze nochmal. Bevor sie trocken sind. Funktioniert! Dann sind die Handtücher zwar nicht so superflauschig wie beim Trockner, aber auch nicht mehr so kratzbürstig hart.

Die Zwiebel liegt schon seit 2 Monaten in der Ecke. Also muss sie heute dran glauben! Für Penne mit Tomatenstückchen. Einiges muss man wegschneiden, aber noch zu gebrauchen. Die Zwiebel brutzelt mit Salami-Würfeln im Fett, dann die Tomaten rauf und dann das Ganze auf die Nudeln. Fertig und satt!

Mittagsschlaf.

Dann mit dem Bus in die Stadt: Der Fahrer hat’s eilig! Auf ihn wartet der Feierabend, wie man später sieht. Er wird abgelöst. So ein Feierabend kann nicht schnell genug kommen, zumal am Freitag! Da kann schon mal eine Oma längs im Bus hinschlagen! Alles schon passiert … Dann ist natürlich die Technik schuld: Mit so einem Bus kann man nur sportlich fahren! Das liegt am Drehmoment! Komisch: die Frauen können besser fahren.

Beim Bäcker nehme ich zwei Spritzkuchen mit. Fürs Kaffeetrinken. Mutter hat heute wieder ihren Meckertag: Nichts macht man richtig: “Du weißt genau, daß Du die Bäckertüten nicht zusammenknüllen sollst. Die brauche ich doch noch! Das machst Du mit Absicht!” Schöne Unterhaltung … Eigentlich wollte ich einen Kaktus mitnehmen, den Mutter nicht mehr braucht. Aber mir gefällt keiner. “Jetzt habe ich diesen Trieb extra für Dich abgeschnitten, und nun willst Du ihn nicht!” Man macht immer alles falsch! Mal ein Lob? Fehlanzeige!

Dafür darf ich Schnee schippen. Für den Stiefvater, dem man es auch nicht Recht machen kann.

Beim Blumenladen gibt’s nur Blümchen-Töpfe, keine Kakteen. Mit dem Bus geht’s zurück nach Westen. Aussteigen beim Baumarkt: Hier gibt es ganz kleine süße Kaktusse! Nur 1,69 EUR. Ich suche mir einen Winzling aus. Ab damit zur Kasse! Der Kaktus ist für den Kassen-Scanner zu klein. Ich meine, den gibt es sicher gratis. Das wird freundlich verneint. Eine junge Verkäuferin wird gerade angelernt und hat gleich einen Problemfall! Nummer eingeben funktioniert auch nicht. Anrufen. Besetzt! Eine dritte Kollegin wird mit dem winzigen Kaktus in die Pflanzenabteilung zurückgeschickt …

An der Kasse bildet sich schon eine lange Schlange. Ich entschuldige mich bei den Kunden: “Tut mir leid, ich wollte nur einen kleinen grünen Kaktus kaufen …” Der Nächste wird derweil abkassiert. Dann kommt ein Anruf rein, eine Nummer wird durchgesagt und aufgeschrieben. Die dann wieder in den Kassen-Computer getippt, und: Bingo! Es ist mein Preis! Ich darf also bezahlen. Doch wo ist mein Kaktus? Ach, da kommt die dritte Kollegin zurück aus der Blumenhalle, mit meinem Stachelgewächs. So ein Aufwand um einen kleinen grünen Kaktus!

Der Mini-Kaktus steht jetzt am Treppenhaus-Fenster. Und macht die Betonburg etwas gemütlicher …

 

22. März 2013

 

 

 


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