Novelle zum Thema Schizophrenie, autobiografisch

Erstellt von Bodo am 23. September 2018 – 16:14 -

Lieber Bodo Bodenstein,

ich habe ein Buch geschrieben, mein Erstlings-werk, Thema ist die paranoide Schizophrenie, genauer: meine, denn die Novelle ist autofiktiv.

Wenn Sie Zeit hätten, würde ich mich über eine Rezension freuen – hier erst einmal eine kurze Leseprobe:

Das 20-Minuten-Kind

(Autofiktive Novelle von Dana Dolata)

Für meine Mama,
die ziemlich bald verstand, dass ich nach zirka 20 Minuten des gemeinsamen Kaffeetrinkens aufgrund eines Antipsychotikums unruhig werde, und die dann schon von selbst für die Rechnung sorgt – Verständnis.

Es ist die Küche

Skeila, am Fenster, betrachtet das Schild. “Glock, Haushalts- und Küchenwaren seit 1936″, steht dort drauf. An dem gegenüberliegenden Haus, jetzt beleuchtet von einer Laterne, sieht Skeila es täglich, denkt an diesem Abend: “Seit 1936 schon scheiße.” Und denkt an die Messer, die sie führen, denkt an den Führer, ihr kleines verbliebenes Messer in der Hand, das ihr (noch) keine Angst macht. Seit einiger Zeit schon kann Skeila wuchtige Messer nicht mehr ausstehen. Machen ihr Angst, machen es auch dann, wenn jemand ganz anderes als sie sie benutzt und sie auch gar nicht mit im Zimmer ist. Wenn sie weiß, es ist in Benutzung, weiß sie, es kann ziemlichen Schaden anrichten, fällt es vielleicht auf den Fußboden und auf den Fuß vorher auch noch!

Und in dem Moment des Sinnens sieht sie sie: Sieht die Insekten, die an dem Fenster tanzen, erst nur eine Handvoll -  dann werden es mehr. Tanzend, immer tanzend, ist bald das gesamte große Küchenfenster voll. “Iiiiich bin hier”, tönt es sodann aus dem Bereich der Küchenuhr. “ICH bin das Oberinsekt und das ist mein Team ” – Skeila weiß nicht, wo zuerst hinschauen. Sieht gebannt auf das Fenster. Sieht erwartungsvoll zur Uhr. Sieht auf den Fußboden.

WAS IST HIER LOS?

Schöne neue Welt

Der Abend geht lange. Brachial kalt zieht er sich dahin, DAS ist die Stimmung, obwohl die Insekten, angezogen vom Licht, sich zu bemühen scheinen, die tollsten Tänze zu vollführen. Skeila ist vor allem eines: Neugierig beguckt sie ein jedes Insekt eindringlich. Einige warten mit Gesichtern auf. Einer tanzt wohl Boogie oder so was – der Mann der Anführerin, die dann auch die Geschichte loswird …

Buchcover Dana Dolata

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier kann man weiterlesen:
Das 20-Minuten-Kind (Novelle)

Verlag Herzsprung, 2018

Weitere Infos zu mir: www.danadolata.de

Herzliche Grüße nach Berlin!
Dana Dolata


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