Psychiatrie im Wandel der Zeiten

Erstellt von Bodo am 22. März 2010 – 10:49 -

Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medicin (Fünfzehnter Band, Berlin 1858)
herausgegeben von Deutschlands Irrenärzten durch Heinrich Laehr


(Quelle: books.google.com – Recherche März 2010)

Im 19. Jahrhundert wurde die Onanie als schweres Laster eingestuft. Jugendliche, die sich wiederholt selbst befriedigten, verfielen also dem Wahnsinn, der Manie und Depression. Durch einen geschulten Blick konnte der Arzt dieses erkennen und durch “energische moralische Einwirkung” nebst kalten Güssen eine Besserung erreichen. Ist der Patient allerdings wieder zu Hause und verfällt “seiner alten Neigung”, ließe das Rezidiv nicht lange auf sich warten. So die herrschende ärztliche Meinung in der Mitte des 19. Jahrhunderts …

Und auch “normale” Bürger jener Zeit, sollten sie doch einmal in Versuchung geraten sein, mussten natürlich dieses “Vergehen” am Sonntag beichten gehen, damit ihnen der liebe Herrgott diese Sünde mit drei Vaterunser vergeben konnte … Noch in den 1950er Jahren soll es so in Deutschland Brauch gewesen sein. Die katholische Kirche hatte (und hat) eine merkwürdige Einstellung zur Sexualität, was im heute noch bestehenden Eheverbot für Priester gipfelt.

Wie bitteschön soll ein heranwachsender Jugendlicher seiner Natur entsprechen? Ist es denn für einen 14-jährigen Schüler überhaupt möglich, ein erfülltes Sexualleben zu haben, eine feste und harmonische, gottgewollte Beziehung zu leben? Unterstützt die Gesellschaft die Linderung der sexuellen Nöte Heranwachsender? Sicher – es gibt Sex-Werbung und animierende Erotik auf allen Gebieten, auf allen Kanälen. “Sex sells” ist das Leitmotiv des Marketing. Aber, um seiner Natur Erleichterung zu verschaffen, braucht man nicht Sex rund um Uhr, nicht 100-prozentig perfekte Körper und Gesichter, nicht dieses absolute Schönheitsideal unserer Zeit.

Ist man(n) dann auf der Suche nach einem/r Partner/in, sind diese sexuellen Vorgaben eher hinderlich, und man sucht vergebens nach der Traumfrau (mit Traumfigur natürlich) in seiner Umgebung. Ja, man übersieht wohl die eine oder andere Chance, wenn sich wirklich ein nettes Mädchen oder ein netter Junge für die eigene Person interessieren, die aber nicht in dieses Super-Sex-Schema der heutigen Gesellschaft passen. Nur nach dem Körper und dem Aussehen zu schauen führt indes selten zu einer wahren, stabilen Beziehung. Die Seelen müssen miteinander klingen! Erst wenn Geist und Geist zueinander sprechen kommt es zur wirklichen Vereinigung zweier Menschen. Der Sex ist dann das geringste Problem …

Einen wunderschönen Frühling wünscht Euch
Bodo B.


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