Vor 70 Jahren Beginn der Euthanasie in Nazi-Deutschland

Erstellt von Bodo am 2. September 2010 – 19:33 -

Liebe Mitbetroffene und interessierte Leser,

aus aktuellem Anlass möchte ich auf ein Thema eingehen, das uns auch in heutiger Zeit noch zu Denken geben sollte und NIEMALS vergessen werden darf: Der Umgang der Mehrheitsgesellschaft in diesem Land mit Randgruppen, die entweder Ablehnung hervorrufen oder nicht so leistungsfähig für das “Bruttosozialprodukt” sind, sei es aus Krankheitsgründen oder sei es durch soziale Ursachen.

Im Wikipedia-Artikel über die Euthanasie kann man nachlesen, dass auf Erlass des Führers in den Jahren 1940 und 1941 insgesamt über SIEBZIGTAUSEND kranke und behinderte Menschen in folgenden Tötungsanstalten umgebracht wurden:

Grafeneck – 10.654 Menschen
Brandenburg – 9.772 Menschen
Bernburg – 8.601 Menschen
Hartheim – 18.269 Menschen
Sonnenstein – 13.720 Menschen
Hadamar – 10.072 Menschen

Die Begründung und “Legimitation” für diese Verbrechen: Man gewährt den “unheilbar Kranken” den Gnadentod (gefragt wurden sie natürlich nicht), man erhält den “Volkskörper” rein und gesund, und man entlastet die Gesellschaft – sprich: das deutsche Volk – von finanziellen und materiellen Aufwendungen, die doch völlig sinnlos für die “Arterhaltung der deutschen Rasse” sind. Leute, die keiner Arbeit nachgingen, kamen sowieso ins Konzentrationslager.

Erst durch Proteste, auch von vielen Geistlichen, wurde die Euthanasie-Aktion T4 offiziell eingestellt, dafür aber im Geheimen weitergeführt und nur die Tötungsart gewechselt: von Vergasen und Verbrennen auf Verhungern und Vergiften. Viele der Tötungs-”Fachkräfte” konnten ihren Job behalten, denn man brauchte qualifiziertes Personal in Auschwitz und anderswo … Wer sich dazu eine Videoserie ansehen möchte:

Vielen Dank für Ihr Interesse!
B.B.


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